„Gut Ding will Weile haben ...“ – das ERASMUS+-Projekt 2019-21/22

„Face the Past, Change our History – Casting Light on the Shadows of Our History“

Hach, wäre das schön gewesen: Im Oktober 2020 wären wir in Schweden gewesen, im Februar 2021 in Spanien und im Mai 2021 in Luxemburg ... aber Pustekuchen! Die zweite und dritte Welle, die uns das grässliche Virus beschert hatte, machte alle Projekttreffen des derzeit laufenden ERASMUS+-Projekts, „Face the Past, change the Past of our History – Casting Light on the Shadows of Our History“, das sich v.a. mit der Aufarbeitung der dunklen Seite der jeweils nationalen Geschichte im europäischen Vergleich befasst, zunichte. Zur Erinnerung: Teilnehmer dieses für zwei Jahre angesetzten, englischsprachigen und von der EU finanziell geförderten Projekts sind „alte“ Bekannte aus vorherigen, erfolgreich absolvierten (COMENIUS- / ERASMUS+-) Projekten, nämlich unsere Partnerschulen aus Belgien (Hoogstraten), Schweden (Skara), Luxemburg (Mamer) und Spanien (Baza). Während der ursprünglich angesetzten Projektlaufzeit (2019-21) fanden bisher (d.h. noch im Schuljahr 2019/20) zwei erfolgreiche Treffen in Belgien und bei uns in Neufahrn statt, seit dem Februar 2020 war dann aber erst einmal Schicht im Schacht – also was tun?

Zunächst setzten wir auf das Prinzip Hoffnung sowie auf zwei Mal beantragte Verlängerungsanträge um jeweils ein halbes Jahr, die Gott sei Dank von allen Nationalagenturen bewilligt wurden, sodass die Laufzeit nun bis August 2022 geht – immerhin schon einmal ein Lichtblick! Dann dachten wir (und damit sind alle beteiligten Lehrkräfte der Partnerschulen gemeint, denn: Wir blieben stets in Kontakt!): Neues Schuljahr 2020/21 – neues Glück, aber siehe oben: Die von uns erhofften und neu angesetzten Termine für die Projekttreffen konnten und durften nicht stattfinden.

Schließlich dachten wir: Ok, wenn das mit den analogen Treffen so nicht klappen kann, dann muss das – wie Schule in diesem Schuljahr überhaupt funktionierte – wohl digital bzw. online gehen: Gesagt – getan!

In einer abendlichen Videokonferenz am 22.10.20 mit den Lehrkräften der Partnerschulen und einer Tasse Tee in der Hand betrieben wir ein Brainstorming darüber, welche Online-Aktivitäten möglich wären. Recht schnell kamen wir auf die Idee eines gründlich vorbereiteten „European Online Debate Evening“ (EODE) zu unserem Thema „Dark Pages of Our History“. Hierzu kam es am 23.11.20 zu einem weiteren abendlichen Teachers` meeting im Rahmen eines Videocalls, dieses Mal jedoch in einem kleineren Kreis, der die Idee des „debate evenings“ konkretisierte: So sollten von den partizipierenden Schüler/innen Questions&Answers-Videos zu bestimmten, von uns Lehrkräften formulierten Fragestellungen erstellt werden, die wir uns an besagtem Abend – wieder mit einer Tasse Tee in der Hand – gemeinsam überlegten, nämlich:

What memories of WW2 can you find in your region/ town/ city?

What happened in your country in 1936?

How have you learned about difficult issues in your national history?

What historical (and controversial) statues are still standing in your country?

What kind of history are we writing now?

In der Folge kam Mitte Dezember 2020 der zweite Lockdown, die Schulen wurden geschlossen und dann passierte erst einmal nichts, weil alle – nicht nur wir in Deutschland – mit Distanz- und später mit dem Wechselunterricht genug zu tun hatten. Gott sei Dank gab es aber eben diesen Wechselunterricht, der es uns (und mit diesem Personalpronomen sind nun Frau Badelt und meine Wenigkeit gemeint, das klitzekleine ERASMUS+-Team des OMG) zumindest in der Q11 ermöglichte, mit den Schüler/innen, die bereits in der 10. Jahrgangsstufe im Februar 2020 am Projekttreffen in Neufahrn teilgenommen hatten, auch analog zu arbeiten, denn – und hier kommt das dritte „Gott sei Dank“ in diesem Text – Gott sei Dank (huch, Nummer 4!) begann das P-Seminar im Februar 2021 seine Arbeit am E+-Projekt (bzw. führte es fort), sodass wir die Idee in die Tat umsetzen konnten:

In Kleingruppen recherchierten unsere 14 Schüler/innen Antworten zu den obigen Fragestellungen und erstellten englischsprachige YouTube-Videos, die – wie wir finden – gelungen sind, aber der geneigte Leser darf sich gerne sein eigenes Bild machen (hier ein kurzer Einblick in den Distanzunterricht ;) - QR-Code wurde von der Lehrkraft erstellt, Schüler/innen scannen ihn einfach und schon kommt das Video!):

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Nachdem die Videos aller Partnerschulen erstellt und auf unserer Twinspace-Plattform (diese europäische Plattform ermöglicht es uns nicht nur miteinander zu kommunizieren, hier werden auch alle erarbeiteten Materialien gesammelt und online gestellt) hochgeladen wurden, ging es – nach einem weiteren abendlichen Teachers` meeting und der dritten Tasse Tee am Bildschirm am 19.4.2021, in der noch Details zu unserem Online-Abend besprochen wurden - an die interne Aufarbeitung der Videos aus Belgien, Luxemburg, Schweden und Spanien:

Diese wurden zunächst von unseren Schüler/innen und in kleinen Teams und mühevoller Kleinarbeit ins Deutsche übersetzt, um dann die Antworten in einer Tabelle stichpunktartig zu den fünf Fragen zusammenzufassen. Daraufhin erfolgte ein Vergleich mit unseren eigenen Videos, wobei folgende Fragen im Vordergrund standen: Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede sind festzustellen? Welchen Sachverhalt möchtet ihr genauer erläutert haben? Gibt es etwas, was ihr nicht verstanden habt? Welcher Aspekt hat euch neugierig gemacht, was soll vertieft werden? Die P-Seminarteilnehmer/innen überlegten sich daraufhin konkrete Fragestellungen für die online-Debatte – genauso taten es unsere Partnerschulen - , die dann in einem gemeinsamen Padlet gesammelt wurden.

Dieses Padlet bildete dann auch die Grundlage für unseren „European Online Debate Evening“ (EODE), denn am Montag, 17.5.2021 um 18.00 Uhr war es dann endlich soweit:

Per Videokonferenz schalteten sich 34 Teilnehmer/innen aus fünf verschiedenen Ländern zu unserer Online-Debatte „Dark Pages of Our History“ zu und das Wiedersehen zauberte ein Lächeln auf die Gesichter – endlich sah man sich wieder nach über einem Jahr! ☺ Die Hauptkoordinatoren des Projekts, unsere Kollegen aus Belgien, fungierten als Moderatoren und führten durch den Abend.Pro Land und Partnerschule nahmen nicht nur die Lehrkräfte teil, sondern auch jeweils 2-3 Schüler/innen, die die Aufgabe als „Debattierer“ wahrnahmen – unsere tapferen „Mitstreiter“ waren Georgy Bakhramov, Lucca Seibel und Nicholas Wilke. Der Abend führte uns von kontroversen Persönlichkeiten (Franco in Spanien, König Leopold II. von Belgien) über die Aufarbeitung und Behandlung „dunkler“ Nationalgeschichte (Behandlung der Samis in Schweden, Kollaboration Luxemburgs mit Belgien in Kongo) im Schulunterricht und in den Medien zur Statuendebatte (abreißen ja oder nein? - siehe letztes Jahr Black Lives Matter-Movement) und zur Art der Thematisierung des Holocausts und des Zweiten Weltkriegs in den einzelnen Ländern. Nach eineinhalb Stunden intensiven Austauschs winkten alle noch einmal in die Kamera, nicht nur für den Screenshot, aber auch in der Hoffnung, dass das nächste Treffen analog und „in echt“ stattfinden kann: Geplant sind schließlich noch drei Projekttreffen (momentaner Stand: Oktober 2021: Schweden, Februar 2022: Spanien, April 2022: Luxemburg), die wir hoffentlich(!) im nächsten Schuljahr zumindest zum Teil mit unserem P-Seminar durchführen werden können. Was das P-Seminar aber bis Dezember 2021 mit Sicherheit plant auf die Beine zu stellen, ist eine analoge sowie digitale Ausstellung zu unserem Projektthema. Fingers crossed!

Christa Dadic

Hauptkoordinatorin ERASMUS+

Weitere Bilder befinden sich im internen Bereich!

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Erasmus+: Das dritte Treffen am 15.01.2020 zur Vorbereitung der Erasmus+-Woche (02.-08.02.2020)

Aufgrund der kurzfristigen Erkrankung von Frau Dadic übernahm Frau Badelt die Gestaltung und Führung des Vorbereitungstreffens. Frau Zieder-Gurman stieß später dazu.

Nach der Begrüßung der Schüler durch Frau Badelt wurde die Anwesenheit der SchülerInnen überprüft und von ihr besonders hervorgehoben, dass sich das Erasmus+-Team des OMG sehr darüber freut, dass im kommenden Schuljahr ein P-Seminar der Qualifikationsstufe zustandegekommen ist. Die heute anwesenden SchülerInnen der 10. Klassen sind Teil dieses Seminars.

Anschließend stellte Frau Badelt allen den Erasmus+-Mebiskurs und dessen Inhalte vor. Der Kurs dient als Kommunikationsbasis, u.a. werden über das Nachrichtenforum alle TeilnehmerInnen des Erasmus+-Projekts erreicht, zudem werden alle das Projekt betreffenden Inhalte (Power-Point-Präsentationen, die Programme der Projekttreffen, Hintergrundinformationen etc.) in dem Kurs gesammelt und allen SchülerInnen zur Verfügung gestellt.

Die Schüler der Q11/12, die bereits beim Erasmustreffen in Belgien im Oktober 2019 teilgenommen hatten, legten im Anschluss daran ihre Erfahrungen mit den restlichen TeilnehmerInnen dar. Außerdem erläuterten sie das Ziel des Projekts, das die Aufarbeitung der dunklen Geschichtsteile der einzelnen Länder, die am Projekt teilnehmen (Belgien, Luxemburg, Schweden, Spanien und Deutschland), beinhaltet (vgl. vorhergehende Berichte). Diese Ausarbeitung soll vor allem digital mit den Plattformen Padlet und TwinSpace/eTwinning stattfinden. Mit Padlet soll eine Online-Ausstellung erstellt werden. TwinSpace fungiert als Data-Sharing- und Connect-Plattform, auf der man sich mit den anderen TeilnehmerInnenn austauschen und Dateien teilen kann.

Weiter wurden organisatorische Dinge besprochen, u.a. die T-Shirt-Größen der Schüler für die Erasmus+-Shirts mit dem aktuellen Logo abgefragt. Außerdem wurden den Schülern ihre Anmeldedaten für TwinSpace mitgeteilt. Frau Badelt zeigte den Schülern außerdem das vorläufige Programm für die Woche vom 02.02.20 bis zum 08.02.20, in der die TeilnehmerInnen aus den anderen Ländern die deutschen Schüler besuchen. In dieser Woche erfolgt eine genauere Beschäftigung mit dem Thema „Die Deutschen und der Holocaust“, u.a. werden die TeilnehmerInnen einen Workshop der Max-Mannheimer-Stiftung in Dachau besuchen sowie eine Führung durch die KZ-Gedenkstätte in Dachau oder aber Führungen durch München zu unterschiedlichen Themen wahrnehmen („Auf den Spuren einer Minderheit: Die Geschichte der Sinti und Roma seit dem Mittelalter“, „Die Klinikgeschichte Haars: Der Umgang mit psychisch Kranken während der NS-Zeit“, „München als Hauptstadt der Bewegung: Der Nationalsozialismus und der deutsche Widerstand“).

Wie auch in Belgien soll dann am Donnerstag der Erasmus+-Woche eine Podiumsdiskussion stattfinden sowie die Arbeit an der digitalen sowie analogen Ausstellung erfolgen.

Weiter wurde von den Schülern der Q12 erklärt, wie man ein Portfolio für ein P-Seminar anfertigt, denn das müsse von den Schülern aller P-Seminare bis zu den Weihnachtsferien im Jahr 2021 abgegeben werden.

Für das Treffen in Deutschland müsse noch einiges organisiert werden, so Frau Badelt, deshalb wurden den Schülern einige Aufgaben zugeteilt: unter anderem die Erstellung eines „German-Crash-Kurses“, eine PowerPoint-Präsentation über die Schule für die welcome-ceremony am Montag (03.02.2020), die Organisation der Erstellung von Fotos, die Gestaltung der Erasmus+-Wand in der Aula u.v.m.

Im Anschluss sollten die Schüler dann gleich noch die Videos für den „German-Crash-Kurs“ bzw. die „cultural traps“ aufnehmen. Zudem wurde mit allen anwesenden Schülern ein Gruppenbild gemacht.

Als Hausaufgabe bis zum nächsten Treffen sollen die Schüler Padlet-Accounts erstellen und die Datenschutzerklärung auf Mebis ausfüllen. Außerdem sollen die o.g. zugeteilten Aufgaben erledigt werden. Die ZDF-Dokumentation „Ein Tag in Auschwitz“ (Ausstrahlung am 28.01.2020, 20.15 Uhr) soll als Vorbereitung für das nächste Treffen dienen und kann ggf. auch über die Mediathek des ZDF angesehen werden.

Paul Jastrow, Martin Dietrich, Lillith Lermen

Zweites Erasmus+-Treffen am 22.11.2019: Die Nachbereitung unseres 1. Projekttreffens

Nach der gemeinsamen Woche in Belgien (20.10.-26.10.19) traf sich das ERASMUS+-Team an einem Freitagnachmittag Ende November, um das Projekt nachzubereiten.

Das Treffen begann damit, dass wir uns zu Pizza und Muffins gemeinsam das Video-Tagebuch angesehen haben, welches von unserer spanischen Partnerschule erstellt worden ist und unsere gemeinsame Woche in Belgien dokumentierte (Hier geht es für alle Interessierte zum Video).

Eines der Ziele des ERASMUS+-Projekts ist es, eine digitale Ausstellung über verschiedene Themen zu erstellen, zu welchen wir in Belgien in internationale Gruppen eingeteilt worden waren. Dabei bestand jede Gruppe aus je einem Schüler pro Land. Diese befassten sich mit den folgenden Themen:

  • Afrika-Museum: ein Museum, das zur Kolonialzeit Belgiens unter König Leopold II. entstand, um den damaligen Bewohnern Belgiens gestohlene Kulturgüter zu präsentieren
  • Das Stadtviertel Matongé: ein Stadtviertel in Brüssel, das vor allem durch kongolesische Einflüsse geprägt ist
  • Interviews mit Experten über den heutigen Umgang mit der Kolonialgeschichte in Belgien mit anschließender Podiumsdiskussion
  • Kazerne Dossin in Mechelen:Gedenkstätte und Dokumentationszentrum eines ehemaliges Sammellagers während des Zweiten Weltkrieges
  • Fort Breendonk:SS-Gefängnis und Folterlager für belgische Verfolgte während des Zweiten Weltkrieges.

Die dazugehörigen digitalen Ausstellungen wurden gemeinsam mit den Schülern der anderen Länger in Form von padlets erstellt. Damit diese auch inhaltlich korrekt sind, stellten wir sie uns gegenseitig vor und passten sie gegebenenfalls an. Dabei rekapitulierten wir gemeinsam mit den anwesenden Lehrkräften Frau Badelt, Frau Dadic und Frau Zieder-Gurman noch einmal die jeweiligen Inhalte. Im Anschluss haben wir uns dafür bereit erklärt, die Inhalte der padlets auch im Geschichtsunterricht der 8. und 9. Klasse sowie in der Q11 nach dem Book a Student-Prinzip anzubieten: Die Lehrkräfte können sich in eine Liste eintragen und uns sozusagen für ihren Unterricht buchen.

Während der Projektphase sollten wir außerdem Portfolios anlegen und führen, die von den Lehrkräften begutachtet und fotografiert wurden. Außerdem erhielten wir Turnbeutel mit dem Erasmus+-Logo und die Teilnahmezertifikate für die Belgienfahrt.

Da das nächste ERASMUS+-Treffen im Februar 2020 in Deutschland stattfinden wird und wir noch weitere ProjektteilnehmerInnen gewinnen wollen, haben wir uns darüber ausgetauscht, wie wir sie am besten dafür interessieren: Schließlich haben wir festgelegt, dass wir fünf Q11er und Q12er eine Woche lang in den Unterricht der 10. Klassen gehen und unsere Eindrücke des Projekts schildern sowie kurz über das Projekt sprechen.

Zuletzt sollten wir noch etwas Öffentlichkeitsarbeit betreiben und unsere ERASMUS+-Wand in der Aula gestalten: Dafür war es nun die Aufgabe, Plakate über die Woche in Belgien zu erstellen. Zusammen machten wir uns Gedanken darüber, wie wir diese gestalten wollen, und druckten als Hausaufgabe zahlreiche Texte und Bilder aus, um sie innerhalb der folgenden Woche fertigzustellen. Inzwischen können die fertigen Plakate in der Aula angesehen werden. :)

Das nächste Vorbereitungstreffen – hoffentlich mit vielen 10.Klässlern – wird im Januar stattfinden. Mehr hierzu auf Mebis bzw. im Elternportal.

Adrian Laepple, Q12; Frau Dadic

Zwei Bilder des Projekttreffens befinden sich im internen Bereich.

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