Erasmus+: "Reisetagebuch der Schwedenfahrt"

ERASMUS+ - Projekt 2019-22: "Face the Past, Change our Future - Casting Lights on the Shadows of our History" - 3. Projekttreffen in Schweden

Pandemiebedingt liegt das letzte Treffen unseres laufenden englischsprachigen ERASMUS+-Projekts „Face the Past, Change Our Future – Casting Lights on the Shadows of our History“ schon mehr als eineinhalb Jahre zurück, deshalb freuen wir uns umso mehr über unser Wagnis, nun trotz aller coronabedingten Hürden mit 5 weltoffenen Schüler*Innen aus der Q12 in der Buß- und Bettag-Woche (14.11.-20.11.21) nach Schweden reisen zu dürfen, um in Skara mit den Delegationen unserer Partnerschulen aus Belgien, Luxemburg, Spanien und eben Schweden weiter an unserem historisch-politischen Projekt zu arbeiten. Jenes befasst sich mit der Aufarbeitung der dunklen Seite der jeweils nationalen Geschichte im europäischen Vergleich, um hieraus Schlüsse für die heutigen politischen Verhältnisse auf unserem Kontinent sowie Lehren für die Zukunft in einem gemeinsamen Europa ziehen zu können.

Im Folgenden könnt ihr / können Sie in unserem Reisetagebuch lesen, was wir alles so erlebt haben im Land der Wikinger!

Christa Dadic

ERASMUS+-Koordinatorin

Sonntag, 14.11.2021

Im Rahmen des Erasmus + Programms flogen Kati, Lisa, Marcel, Svea und ich gemeinsam mit Frau Dadic und Herrn Heistermann heute nach Schweden. Die Reise startete um 7.00 Uhr am Münchner Flughafen. Von dort aus flogen wir mit Lufthansa nach Göteborg. Ich hatte einen Fensterplatz, worüber ich mich sehr gefreut habe, da ich bereits beim Landeanflug einen Blick auf Schweden werfen konnte.

Mein erster Eindruck: viele Bäume/Wälder, v.a. Birken.

Nach unserer Ankunft fuhren wir mit dem Bus zum Göteborger Bahnhof. Auf der Fahrt sahen wir wieder viele Bäume, typisch schwedische Häuser (rot + weiß), Rehe und einige Unternehmen, die wir aus Deutschland kennen, wie z.B. die Deutsch Bahn, Dr. Oetker und ganz klassisch: Ikea.

Am Bahnhof schlossen wir unser Gepäck jeweils in einen "Förvaringsboxar", also in ein Schließfach. Im Anschluss daran durften wir unsere Zeit frei nutzen, um Göteborgs Innenstadt zu erkunden, bevor uns das Taxi um 16.00 Uhr abholen würde. Göteborg hat mir sehr gut gefallen! Marcel, Lisa und ich waren im Zentrum, am Hafen, in einer Kirche und in einem Café. Die Stadt ist sehr schön: es gibt viele Altbaugebäude, Schiffe (am Meer), die Menschen sind sehr freundlich und wir haben nur schöne Graffiti gesehen. Außerdem habe ich es sehr genossen am Meer zu sein, auch wenn es kalt war.

Die Fahrt nach Skara startete etwas holprig - der Taxifahrer hatte zunächst den Kofferraum nicht aufbekommen, daher musste Herr Heistermann helfen - gegen 18.00 Uhr kamen wir aber heil in Skara an.

Vor Ort haben wir uns noch getestet, was ziemlich witzig war, da wir bisschen improvisieren mussten und unsere Koffer und Textmarker (Ersatz für die Wäscheklammer) als Ablage benutzt haben.

Im Anschluss daran wurden wir von den schwedischen Schülern begrüßt und gingen gemeinsam Pizza essen. Der Abend war sehr lang, schön und lustig! Lisa, Marcel und ich saßen gemeinsam mit Audrey, Aya und Oskar. Alle waren sehr lieb und offen und wir haben viel über Schweden erfahren. Wir haben nur bisschen komisch geguckt, als die Schweden eine Kebab- Pizza bestellt haben. Pizza mit Döner und Pommes belegt, ist laut unseren Austauschpartnern typisch schwedisches Fast-Food. Nach dem Abendessen gingen/fuhren wir alle zu unseren Gastfamilien. Ich bin sehr gespannt, was wir diese Woche alles erleben und lernen werden!

Sophia Antal

 

Montag, 15.11.2021

Unser 1. Schultag in Skara wurde mit einer Begrüßung und einem Plan für die kommenden Tage von den schwedischen Lehrern eingeleitet. Im Anschluss daran erzählten die schwedischen Schüler uns etwas über ihr Land. Sie bestätigten dabei ein typisches Cliché: sie alle lieben Kötbullar (Fleischbällchen). Alicia, Erik und Elsa zeigten uns typisch schwedische Verhaltensweisen (z.B. immer in einer Reihe anstellen, auch wenn man nicht weiß, wofür man ansteht) anhand von lustigen selbstgedrehten Videos, die alle zum Lachen brachten.

Danach wurde mit den Präsentationen der anderen Länder fortgefahren, Team Spanien durfte anfangen. Nachdem wir Deutschland, Bayern, Neufahrn und das OMG vorgestellt hatten, kamen wir in den Genuss einer schwedischen Tradition: Fika. Eine klassische Fika ist im Prinzip eine Kaffeepause mit süßem Gebäck. Wir bekamen Kaffee, Saft, vegane Schokobällchen und warme Zimtschnecken. Außerdem wurden uns Rucksäcke gefüllt mit typisch schwedischen Süßigkeiten und einer Wasserflasche (mit Schullogo) geschenkt. Nach der Pause fuhren Team Belgien und Team Luxemburg mit ihren Präsentationen fort.

Im Anschluss daran gab der Geschichtslehrer uns einen kurzen Einblick in die schwedische Historie. Dabei ging er zunächst v.a. auf die Wikinger damals und auf ihre Beliebtheit heute (Filme, Bücher, etc.) ein. Daran anknüpfend informierte er über das schwedische Imperium, die Entwicklung und den Zerfall und über Schweden im 20. Jahrhundert.

Nach dem Mittagessen spielten wir verschiedene Spiele um uns, die EU und Schweden (Digitales Quiz) kennenzulernen. Um uns in der Schule besser orientieren zu können, wurden wir in Teams eingeteilt und bekamen jeweils eine Liste mit Orten, die wir (inklusive uns) photographieren mussten. Dabei sollten wir auch kreativ vorgehen, da es später Punkte auf die Umsetzung gab. Mir persönlich hat die Photo Rallye sehr gefallen, da ich die Schule erkunden konnte und mit den Schülern sehr leicht in Kontakt kam.

Nach Schulschluss fuhren wir alle gemeinsam (ohne Lehrer) zum Lasertag spielen. Es war sehr schön, wieder in einer großen Gruppe unterwegs zu sein und alle noch besser kennenzulernen. Außerdem hat das Spielen sehr viel Spaß gemacht!

Sophia Antal

 

Dienstag, 16.11.2021

Unser dritter Tag in Schweden startete um 9 Uhr in der Katedralskolan in Skara. Alle Lehrer und Schüler trafen sich im Raum 205a/b und begaben sich auf ihre Plätze. Nachdem der Tagesablauf noch einmal kurz besprochen wurde, startete der schwedische Lehrer Johan mit einer Präsentation. Dabei kündigte er zuerst ein paar der Fragen an, mit denen wir uns die restliche Woche beschäftigen würden. Diese waren: Welchen historischen Schwerpunkt entscheiden wir zu erzählen?; Wie präsentieren wir diesen?; Warum haben wir dieses geschichtliche Thema ausgewählt?; Was sind die Konsequenzen unserer Entscheidung? Um diese Fragen zu beantworten, würden wir uns die restliche Woche mit Beispielen aus der Vergangenheit und der Zukunft beschäftigen.

Danach wurde mit dem eigentlichen Thema der Präsentation begonnen: die Sámi, ein Volk aus Nord Skandinavien. Traditionell arbeiten sie mit Rentieren, das heißt sie züchten sie und nutzen ihr Fleisch für Nahrung und ihre Felle für Kleidung. Die Präsentation ging außerdem auf die Geschichte der Sámi ein. Sie sind aus dem Osten nach Skandinavien immigriert und waren eine der ersten Bevölkerungsgruppen, die in Skandinavien gelebt haben. 1886 haben sie ihre eigene Nationalflagge bekommen und mittlerweile haben sie auch ein eigenes Parlament. Allerdings hatte das Volk der Sámi auch mit Hürden zu kämpfen, wie Unterdrückung durch die Kirche, die alle Sámi zwang lesen und schreiben zu lernen, um die Bibel lesen zu können. 1922 wurde zudem das „Swedish race biology institute“ eröffnet, welches die Sámi von den restlichen Menschen abgrenzte aufgrund ihrer Kopf- oder Nasenform beispielsweise. Dies wurde bis in die 1950er akzeptiert von der restlichen schwedischen Bevölkerung. Dazu wurde von Lehrer Johan hinzugefügt, dass dies später im Film „Sameblood“ thematisiert wird.

Um 10 Uhr gab es Fika im Klassenzimmer. Jeder hat Kaffe, Orangen- oder Apfelsaft und ein kleines schwedisches Gebäckstück bekommen, das grün war und nach Marzipan und Pistazien geschmeckt hat. Zudem haben alle Schülerinnen und Schüler eine kleine Tüte mit schwedischen Süßigkeiten für das Kino später bekommen.

Anschließend haben wir uns einige Beispiele von Sámi heute angesehen. Zum einen einen Kurzfilm über eine Mann, der in Lappland wohnt und Rentierzüchter ist; zum anderen mit zwei schwedischen Sängern, die in der traditionellen Sprache der Sámi singen. Um 11 Uhr haben wir uns dann in kleinen Gruppen zum Lunch begeben, wo es eine Art Lasagne gab, die sehr gut geschmeckt hat. Danach hatten wir etwas Freizeit und haben uns um 12:45 Uhr auf dem Weg zum Kino im Skara gemacht. Dort haben wir um 13 Uhr den Film „Sameblood“ aus dem Jahr 2016 geschaut, in dem es um eine alte Sámi (Elle-Marja) ging, die ihre Jugend mit ihrer Schwester in einem Internat reflektiert hat und die Weise, wie sie dort und in Uppsala von Schweden mit Vorurteilen behandelt wurde. Was mich besonders getroffen hat, war eine Szene, in der die Köpfe der Mädchen am Internat von Doktoren gemessen wurden. Sie mussten sich zudem nackt vor den fremden Männern ausziehen, damit diese ein Foto machen konnten. Ihnen wurde auch gesagt, sie seien dümmer als andere Menschen.

 

Nach der Filmvorstellung hatten wir den restlichen Nachmittag frei. Meine Austauschpartnerin Alice, Kati und ich haben dann bei Alice zuhause Lebkuchen nach einem schwedischen Rezept gebacken und sie schmecken wirklich sehr gut. Schwedische Wörter haben wir dabei eher weniger gelernt, allerdings sind mit in der Schule die Wörter „Drag“ und „Tryck“ an den Türen aufgefallen. „Drag ok tryck“ heißt also „drücken und ziehen“. Außerdem hat Alice mir erzählt, dass nach meinem Namen eine schwedische Region benannt ist, das Svealand. :)

Svea Dörr

 

Mittwoch, 17.11.2021

Der Tag startete sehr früh für uns, da wir um 7:30 Uhr am Bahnhof in Skövde sein mussten. Dort angekommen nahmen wir einen Zug Richtung Stockholm und kamen dort nach 2 Stunden Fahrt an. Uns begrüßte eine wunderschöne Stadt mit Meerzugang. Auf dem Weg zum Armémuseum bekamen wir die ersten Eindrücke von der Stadt, im Museum angekommen aßen wir einen typischen Schwedischen Lunch - oder, um elf Uhr, viel mehr einen Brunch - bestehend aus Hackfleisch und Kartoffelpüree mit Preiselbeeren. Wobei es auch sehr gut als deutsches Essen durchgehen könnte. Nach dem Mittagessen teilten wir uns in zwei Gruppen, von denen die eine sich die Austellung des Museums, bestehend aus Informationen zu Schweden im 1. und 2. Weltkrieg enthielt, und die andere nahm an einer geführten Tour durch eine Ausstellung über Schwedens Verhalten im Mittelalter bis hin zum ersten Weltkrieg teil. Leider verfehlte der Tourführer das Thema unseres Projekts - die dunklen Seiten in der Geschichte Schwedens - dennoch lernten wir ein paar neue Informationen zu Schweden. Zum Beispiel, dass Schweden deutschen Soldaten während des 1.Weltkriegs die Durchreise erlaubte. Um 14 Uhr beendeten wir die Besichtigung im Museum und gingen gemeinsam in die Altstadt Stockholms, in der wir anschließend etwas Zeit hatten uns umzusehen und Souvenirs zu kaufen.

Im Anschluss gingen wir gemeinsam an einen kleinen Hafen - wobei sich die Lichter der Häuser und der vielen Lichterketten, welche auf den Booten angebracht waren, im Wasser spiegelten. Ziemlich unerwartet nahmen wir eine Fähre um zum Vasa Museum zu kommen, welches in einem anderen Teil Stockholms liegt. In diesem Museum befindet sich das Schiff namens Vasa, welches von König Gustav II. von Schwedenbeauftragt wurde. Allerdings sank das Schiff bei seiner ersten Fahrt 1628 bereits nach ein paar hundert Metern. Nach 333 Jahren barg man das Schiff aus dem Meer und stellte es anschließend aus. Im Nachhinein hatten wir erneut Zeit uns in kleinen Gruppen in Stockholm umzusehen. Diesmal waren wir allerdings im neueren Teil von Stockholm und konnten unter anderem in mehrere Läden gehen. Um 19:30 war der Treffpunkt am Bahnhof und wir stiegen in den Zug zurück. Der Zug sollte eigentlich um 21:45 Uhr in Skara ankommen, aufgrund einiger Probleme kamen wir aber erst um 23:00 Uhr an. Dadurch begann der Tag nicht nur früh, sondern endete auch sehr spät.

Lisa Huber

 

Donnerstag, 18.11.2021

Nach der gestrigen Stockholmfahrt und damit einer kurzen Nacht für alle ging es am nächsten Morgen zu früh wieder weiter. Geplant waren zwei Museumsbesuche in Skara. Das erste Museum war das Tierheilkundemuseum, das 1775 erbaut wurde und die erste Schule für Tiermedizin war. Eine Tour durch das Museum erhielten wir durch eine Tierärztin, die uns etwas über die Schule und die Ausbildung zum Tierarzt erklärte:

  • nur Jungen wurden aufgenommen
  • Hauptsächlich wurden große Tiere behandelt (Rinder, Pferde, Schafe)
  • Es wurde Anatomie, Pharmazie, Pflanzenkunde und Pathologie gelehrt
  • 1802 wurde das Gebäude durch ein Feuer zerstört und anschließend wieder aufgebaut
  • Zu dieser Zeit brachte das Tierarztdasein zu wenig Geld ein, weswegen sich die Jungen einen Beruf in der Kirche als Musiker suchen mussten.

Nach der Führung durften wir uns noch frei im Museum bewegen und uns die Exponate und konservierten Tiere bzw Skelette ansehen. Außerdem lief im eigenen kleinen Kino ein Film über den ersten Tierarzt Peter Hernquist. Es gab Erklärungen zu diversen Krankheiten wie Tuberkulose, Knochenbrüchen und Behandlungsmethoden. Das Museum an sich wäre bestimmt informativer, - v.a für internationale Besucher - wenn es die Erklärungen zu den Ausstellungen auch auf Englisch gegeben hätte. Zum Glück konnte die Expertin bei Fragen weiterhelfen.

Zum Essen gab es Köttbullar ein Museum weiter - im Västergötlandsmuseum. Das Essen hat gut geschmeckt. Danach bekamen wir wieder eine Tour durch einen Teil des Museums. Die Ausstellung im Untergeschoss bezog sich auf das Leben in Skara im und ums Mittelalter. Zu sehen waren unteranderem ein Modell von Skara zu der Zeit, das älteste Buch Skaras und eine Nachstellung eines damaligen Bauernhauses. Generell sind in dem Museum Gegenstände und Artifakte ausgestellt, die eine historische Relevanz für den Ort haben. Auch konnten wir einen weiteren Film sehen, der vom Fund 18 Bronzeschilder aus dem Zeitalter der Wikinger handelte. Wenn noch Zeit blieb, durfte man eine farbenfrohe Modestrecke der Designerin Katja von Schweden bestaunen, die aktuell im Västergötland Museum ausgestellt wird.

Nach dem Museumsbesuch war das offizielle Programm für den Tag beendet. Einige Leute sind danach noch in die nahegelegenen Stadt Lidköping gefahren, um sich die Stadt anzusehen und anschließend Sushi bzw Pizza zu essen. Erstaunlich war hier, dass ich in einem Geschäft, in dem ich ein traditionelles Buttermesser (smörkniv) gekauft habe, eine Nummer ziehen musste und dann an der Reihe war, wenn die Nummer aufgerufen wurde. So etwas hatte ich in Deutschland zuvor noch nicht erlebt. Später im Restaurant habe ich von meiner Austauschpartnerin Alice erfahren, was „Ich liebe dich“ auf Schwedisch heißt: Jag älskar dig!

Damit endete der fünfte Tag in Schweden!

Katharina Michel

 

Freitag, 19.11.2021

Am heutigen Freitag brach auch schon der letzte volle Tag der gefühlt viel zu kurzen Woche an. Um 8 Uhr morgens trafen wir uns alle wieder in der Katedralskolan, um Padlets über die Aktivitäten der vergangenen Tage anzufertigen. In fünf Gruppen, die jeweils aus vier Schweden und jeweils einer Person aus den restlichen vier Ländern bestanden, haben wir uns damit auseinandergesetzt, wie die schwedische Geschichte heute aufgearbeitet und präsentiert wird. Die Gruppenthemen waren die Geschichte der Sami, die vor allem am Dienstag thematisiert wurde, die Führung durch das Stockholmer Armeemuseum sowie unsere eigene Besichtigung dort, als auch das Veterinärmuseum und das Västergötlandsmuseum in Skara.

Nach einer kurzen Fika-Pause um 10 Uhr beendeten wir um 12 Uhr unsere Arbeit. Anschließend gab es Mittagessen in der Kantine, danach trafen wir uns wieder alle zusammen, um Schlittschuhlaufen zu gehen. Die meisten der ca. 40 Schülerinnen und Schüler nahmen auch teil, die Halle hatten wir für eine Stunde für uns alleine. Für viele war es zwar die erste Erfahrung auf dem Eis, jedoch half man sich gegenseitig, sodass es jeder einigermaßen lernte.

Als wir fertig waren, gab es natürlich - wer hätte es gedacht? - Fika. Während dem Essen füllten wir Online-Fragebögen aus, die uns die schwedischen Lehrer schickten. Darin teilten wir unsere Gedanken über die Aktivitäten der Woche und gaben jeweils an, was uns gefiel, was nicht, und was uns am meisten beeindruckte. Nach einer halben Stunde Freizeit (die ich und zehn andere für eine große, multikulturelle Runde Uno nutzten), begaben wir uns alle mit Hilfe der Schweden zum Bowlingcenter in Skara. Dort wurden wir in Vierergruppen aufgeteilt, je zwei Schweden mit ihren Gastschülern. Das Bowling dauerte etwas mehr als eine Stunde, danach gab es im Jula-Hotel ein Taco-Buffett, an dem wir uns nochmal satt aßen. Auch wenn sich die meisten morgen nochmal sehen, gab es schon einige Verabschiedungen, zum Beispiel von den Luxemburgern, die schon früher als die anderen abreisen.

Der letzte Tag war nochmal sehr gelungen, diesmal konnten wir alle viel Zeit miteinander verbringen, was bei Museumsbesuchen oft leider nicht der Fall war.

Marcel Past

„Gut Ding will Weile haben ...“ – das ERASMUS+-Projekt 2019-21/22

„Face the Past, Change our History – Casting Light on the Shadows of Our History“

Hach, wäre das schön gewesen: Im Oktober 2020 wären wir in Schweden gewesen, im Februar 2021 in Spanien und im Mai 2021 in Luxemburg ... aber Pustekuchen! Die zweite und dritte Welle, die uns das grässliche Virus beschert hatte, machte alle Projekttreffen des derzeit laufenden ERASMUS+-Projekts, „Face the Past, change the Past of our History – Casting Light on the Shadows of Our History“, das sich v.a. mit der Aufarbeitung der dunklen Seite der jeweils nationalen Geschichte im europäischen Vergleich befasst, zunichte. Zur Erinnerung: Teilnehmer dieses für zwei Jahre angesetzten, englischsprachigen und von der EU finanziell geförderten Projekts sind „alte“ Bekannte aus vorherigen, erfolgreich absolvierten (COMENIUS- / ERASMUS+-) Projekten, nämlich unsere Partnerschulen aus Belgien (Hoogstraten), Schweden (Skara), Luxemburg (Mamer) und Spanien (Baza). Während der ursprünglich angesetzten Projektlaufzeit (2019-21) fanden bisher (d.h. noch im Schuljahr 2019/20) zwei erfolgreiche Treffen in Belgien und bei uns in Neufahrn statt, seit dem Februar 2020 war dann aber erst einmal Schicht im Schacht – also was tun?

Zunächst setzten wir auf das Prinzip Hoffnung sowie auf zwei Mal beantragte Verlängerungsanträge um jeweils ein halbes Jahr, die Gott sei Dank von allen Nationalagenturen bewilligt wurden, sodass die Laufzeit nun bis August 2022 geht – immerhin schon einmal ein Lichtblick! Dann dachten wir (und damit sind alle beteiligten Lehrkräfte der Partnerschulen gemeint, denn: Wir blieben stets in Kontakt!): Neues Schuljahr 2020/21 – neues Glück, aber siehe oben: Die von uns erhofften und neu angesetzten Termine für die Projekttreffen konnten und durften nicht stattfinden.

Schließlich dachten wir: Ok, wenn das mit den analogen Treffen so nicht klappen kann, dann muss das – wie Schule in diesem Schuljahr überhaupt funktionierte – wohl digital bzw. online gehen: Gesagt – getan!

In einer abendlichen Videokonferenz am 22.10.20 mit den Lehrkräften der Partnerschulen und einer Tasse Tee in der Hand betrieben wir ein Brainstorming darüber, welche Online-Aktivitäten möglich wären. Recht schnell kamen wir auf die Idee eines gründlich vorbereiteten „European Online Debate Evening“ (EODE) zu unserem Thema „Dark Pages of Our History“. Hierzu kam es am 23.11.20 zu einem weiteren abendlichen Teachers` meeting im Rahmen eines Videocalls, dieses Mal jedoch in einem kleineren Kreis, der die Idee des „debate evenings“ konkretisierte: So sollten von den partizipierenden Schüler/innen Questions&Answers-Videos zu bestimmten, von uns Lehrkräften formulierten Fragestellungen erstellt werden, die wir uns an besagtem Abend – wieder mit einer Tasse Tee in der Hand – gemeinsam überlegten, nämlich:

What memories of WW2 can you find in your region/ town/ city?

What happened in your country in 1936?

How have you learned about difficult issues in your national history?

What historical (and controversial) statues are still standing in your country?

What kind of history are we writing now?

In der Folge kam Mitte Dezember 2020 der zweite Lockdown, die Schulen wurden geschlossen und dann passierte erst einmal nichts, weil alle – nicht nur wir in Deutschland – mit Distanz- und später mit dem Wechselunterricht genug zu tun hatten. Gott sei Dank gab es aber eben diesen Wechselunterricht, der es uns (und mit diesem Personalpronomen sind nun Frau Badelt und meine Wenigkeit gemeint, das klitzekleine ERASMUS+-Team des OMG) zumindest in der Q11 ermöglichte, mit den Schüler/innen, die bereits in der 10. Jahrgangsstufe im Februar 2020 am Projekttreffen in Neufahrn teilgenommen hatten, auch analog zu arbeiten, denn – und hier kommt das dritte „Gott sei Dank“ in diesem Text – Gott sei Dank (huch, Nummer 4!) begann das P-Seminar im Februar 2021 seine Arbeit am E+-Projekt (bzw. führte es fort), sodass wir die Idee in die Tat umsetzen konnten:

In Kleingruppen recherchierten unsere 14 Schüler/innen Antworten zu den obigen Fragestellungen und erstellten englischsprachige YouTube-Videos, die – wie wir finden – gelungen sind, aber der geneigte Leser darf sich gerne sein eigenes Bild machen (hier ein kurzer Einblick in den Distanzunterricht ;) - QR-Code wurde von der Lehrkraft erstellt, Schüler/innen scannen ihn einfach und schon kommt das Video!):

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Nachdem die Videos aller Partnerschulen erstellt und auf unserer Twinspace-Plattform (diese europäische Plattform ermöglicht es uns nicht nur miteinander zu kommunizieren, hier werden auch alle erarbeiteten Materialien gesammelt und online gestellt) hochgeladen wurden, ging es – nach einem weiteren abendlichen Teachers` meeting und der dritten Tasse Tee am Bildschirm am 19.4.2021, in der noch Details zu unserem Online-Abend besprochen wurden - an die interne Aufarbeitung der Videos aus Belgien, Luxemburg, Schweden und Spanien:

Diese wurden zunächst von unseren Schüler/innen und in kleinen Teams und mühevoller Kleinarbeit ins Deutsche übersetzt, um dann die Antworten in einer Tabelle stichpunktartig zu den fünf Fragen zusammenzufassen. Daraufhin erfolgte ein Vergleich mit unseren eigenen Videos, wobei folgende Fragen im Vordergrund standen: Welche Gemeinsamkeiten, welche Unterschiede sind festzustellen? Welchen Sachverhalt möchtet ihr genauer erläutert haben? Gibt es etwas, was ihr nicht verstanden habt? Welcher Aspekt hat euch neugierig gemacht, was soll vertieft werden? Die P-Seminarteilnehmer/innen überlegten sich daraufhin konkrete Fragestellungen für die online-Debatte – genauso taten es unsere Partnerschulen - , die dann in einem gemeinsamen Padlet gesammelt wurden.

Dieses Padlet bildete dann auch die Grundlage für unseren „European Online Debate Evening“ (EODE), denn am Montag, 17.5.2021 um 18.00 Uhr war es dann endlich soweit:

Per Videokonferenz schalteten sich 34 Teilnehmer/innen aus fünf verschiedenen Ländern zu unserer Online-Debatte „Dark Pages of Our History“ zu und das Wiedersehen zauberte ein Lächeln auf die Gesichter – endlich sah man sich wieder nach über einem Jahr! ☺ Die Hauptkoordinatoren des Projekts, unsere Kollegen aus Belgien, fungierten als Moderatoren und führten durch den Abend.Pro Land und Partnerschule nahmen nicht nur die Lehrkräfte teil, sondern auch jeweils 2-3 Schüler/innen, die die Aufgabe als „Debattierer“ wahrnahmen – unsere tapferen „Mitstreiter“ waren Georgy Bakhramov, Lucca Seibel und Nicholas Wilke. Der Abend führte uns von kontroversen Persönlichkeiten (Franco in Spanien, König Leopold II. von Belgien) über die Aufarbeitung und Behandlung „dunkler“ Nationalgeschichte (Behandlung der Samis in Schweden, Kollaboration Luxemburgs mit Belgien in Kongo) im Schulunterricht und in den Medien zur Statuendebatte (abreißen ja oder nein? - siehe letztes Jahr Black Lives Matter-Movement) und zur Art der Thematisierung des Holocausts und des Zweiten Weltkriegs in den einzelnen Ländern. Nach eineinhalb Stunden intensiven Austauschs winkten alle noch einmal in die Kamera, nicht nur für den Screenshot, aber auch in der Hoffnung, dass das nächste Treffen analog und „in echt“ stattfinden kann: Geplant sind schließlich noch drei Projekttreffen (momentaner Stand: Oktober 2021: Schweden, Februar 2022: Spanien, April 2022: Luxemburg), die wir hoffentlich(!) im nächsten Schuljahr zumindest zum Teil mit unserem P-Seminar durchführen werden können. Was das P-Seminar aber bis Dezember 2021 mit Sicherheit plant auf die Beine zu stellen, ist eine analoge sowie digitale Ausstellung zu unserem Projektthema. Fingers crossed!

Christa Dadic

Hauptkoordinatorin ERASMUS+

Weitere Bilder befinden sich im internen Bereich!

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Erasmus+: Das dritte Treffen am 15.01.2020 zur Vorbereitung der Erasmus+-Woche (02.-08.02.2020)

Aufgrund der kurzfristigen Erkrankung von Frau Dadic übernahm Frau Badelt die Gestaltung und Führung des Vorbereitungstreffens. Frau Zieder-Gurman stieß später dazu.

Nach der Begrüßung der Schüler durch Frau Badelt wurde die Anwesenheit der SchülerInnen überprüft und von ihr besonders hervorgehoben, dass sich das Erasmus+-Team des OMG sehr darüber freut, dass im kommenden Schuljahr ein P-Seminar der Qualifikationsstufe zustandegekommen ist. Die heute anwesenden SchülerInnen der 10. Klassen sind Teil dieses Seminars.

Anschließend stellte Frau Badelt allen den Erasmus+-Mebiskurs und dessen Inhalte vor. Der Kurs dient als Kommunikationsbasis, u.a. werden über das Nachrichtenforum alle TeilnehmerInnen des Erasmus+-Projekts erreicht, zudem werden alle das Projekt betreffenden Inhalte (Power-Point-Präsentationen, die Programme der Projekttreffen, Hintergrundinformationen etc.) in dem Kurs gesammelt und allen SchülerInnen zur Verfügung gestellt.

Die Schüler der Q11/12, die bereits beim Erasmustreffen in Belgien im Oktober 2019 teilgenommen hatten, legten im Anschluss daran ihre Erfahrungen mit den restlichen TeilnehmerInnen dar. Außerdem erläuterten sie das Ziel des Projekts, das die Aufarbeitung der dunklen Geschichtsteile der einzelnen Länder, die am Projekt teilnehmen (Belgien, Luxemburg, Schweden, Spanien und Deutschland), beinhaltet (vgl. vorhergehende Berichte). Diese Ausarbeitung soll vor allem digital mit den Plattformen Padlet und TwinSpace/eTwinning stattfinden. Mit Padlet soll eine Online-Ausstellung erstellt werden. TwinSpace fungiert als Data-Sharing- und Connect-Plattform, auf der man sich mit den anderen TeilnehmerInnenn austauschen und Dateien teilen kann.

Weiter wurden organisatorische Dinge besprochen, u.a. die T-Shirt-Größen der Schüler für die Erasmus+-Shirts mit dem aktuellen Logo abgefragt. Außerdem wurden den Schülern ihre Anmeldedaten für TwinSpace mitgeteilt. Frau Badelt zeigte den Schülern außerdem das vorläufige Programm für die Woche vom 02.02.20 bis zum 08.02.20, in der die TeilnehmerInnen aus den anderen Ländern die deutschen Schüler besuchen. In dieser Woche erfolgt eine genauere Beschäftigung mit dem Thema „Die Deutschen und der Holocaust“, u.a. werden die TeilnehmerInnen einen Workshop der Max-Mannheimer-Stiftung in Dachau besuchen sowie eine Führung durch die KZ-Gedenkstätte in Dachau oder aber Führungen durch München zu unterschiedlichen Themen wahrnehmen („Auf den Spuren einer Minderheit: Die Geschichte der Sinti und Roma seit dem Mittelalter“, „Die Klinikgeschichte Haars: Der Umgang mit psychisch Kranken während der NS-Zeit“, „München als Hauptstadt der Bewegung: Der Nationalsozialismus und der deutsche Widerstand“).

Wie auch in Belgien soll dann am Donnerstag der Erasmus+-Woche eine Podiumsdiskussion stattfinden sowie die Arbeit an der digitalen sowie analogen Ausstellung erfolgen.

Weiter wurde von den Schülern der Q12 erklärt, wie man ein Portfolio für ein P-Seminar anfertigt, denn das müsse von den Schülern aller P-Seminare bis zu den Weihnachtsferien im Jahr 2021 abgegeben werden.

Für das Treffen in Deutschland müsse noch einiges organisiert werden, so Frau Badelt, deshalb wurden den Schülern einige Aufgaben zugeteilt: unter anderem die Erstellung eines „German-Crash-Kurses“, eine PowerPoint-Präsentation über die Schule für die welcome-ceremony am Montag (03.02.2020), die Organisation der Erstellung von Fotos, die Gestaltung der Erasmus+-Wand in der Aula u.v.m.

Im Anschluss sollten die Schüler dann gleich noch die Videos für den „German-Crash-Kurs“ bzw. die „cultural traps“ aufnehmen. Zudem wurde mit allen anwesenden Schülern ein Gruppenbild gemacht.

Als Hausaufgabe bis zum nächsten Treffen sollen die Schüler Padlet-Accounts erstellen und die Datenschutzerklärung auf Mebis ausfüllen. Außerdem sollen die o.g. zugeteilten Aufgaben erledigt werden. Die ZDF-Dokumentation „Ein Tag in Auschwitz“ (Ausstrahlung am 28.01.2020, 20.15 Uhr) soll als Vorbereitung für das nächste Treffen dienen und kann ggf. auch über die Mediathek des ZDF angesehen werden.

Paul Jastrow, Martin Dietrich, Lillith Lermen

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