Vom 20. bis 26. Oktober 2019 findet das erste Treffen des neuen ERASMUS+-Projekts in Hoogstraten in Belgien statt. Jeden Tag wird hier ein kurzer Artikel erscheinen. Schaut also immer wieder rein, damit ihr nichts verpasst!

Sonntag

Sonntag war der erste Tag unserer Reise. Wenn alles planmäßig geklappt hätte, wären wir von 9 bis 10 Uhr von München nach Frankfurt geflogen, um danach den Anschlussflug nach Brüssel zu nehmen. Leider mussten wir ein Mitglied unserer Gruppe krankheitsbedingt in Deutschland lassen. Tatsächlich hatten wir aber Glück im Unglück: unsere Flüge waren durch den abgesagten Streik nämlich gesichert, von daher ging es also nur mit 25 Minuten Verspätung am Flughafen München los. Nach gut 20 Minuten Flugzeit ging es auch schon in den Landeanflug über und um 25 nach 10 Uhr wurden wir dann in unseren 5-Stunden-Aufenthalt in Frankfurt entlassen. Nachdem keiner von uns die Zeit nutzlos verstreichen lassen wollte, investierten wir sie in die Erledigung der verbliebenen Aufgaben und eine kurze Mittagspause mit Paninis und einer angeregten Unterhaltung; wir mussten nämlich eine Präsentation über Deutschland für den nächsten Tag vorbereiten.

Nachdem das lange Warten ein Ende hatte, ging es mit einem Intercity-Flug nach Brüssel, wo wir den Anschlusszug nach Noorderkempen tatsächlich eine halbe Stunde früher als geplant erwischten. Glücklich über die anscheinend frühere Ankunft in Hoogstraten, erwartete uns ein Böses Erwachen, da die Möglichkeit, direkt den Bus zum Zielort zu erwischen, durch eine zehn-minütige Verzögerung außer Reichweite geriet. Zum Schluss wurden netterweise alle Mitglieder der deutschen wie luxemburgischen Fraktion (man hatte sich am Bahnhof in Noorderkempen getroffen) von ihren Gastfamilien abgeholt, da die nächste Fahrtmöglichkeit mit dem Bus erst in einer Stunde gewesen wäre.

Endlich in der Gastfamilie angekommen, gab es für mich erstmal „Belgian Fries“ mit „Frikandell“, es hat sehr gut geschmeckt, vor allem nach dem langen Tag mit nicht mehr als einem Panini und einer Breze. Während und nach dem Essen durfte ich dann meine sehr nette Gastfamilie erstmal genauer kennenlernen. Außerdem wurde noch der morgige private Ausflug nach Antwerpen geplant.

Susanna

Zwei Bilder des ersten Tagen können im internen Bereich angesehen werden.

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Montag

Hey, mein Name ist Luca,

und bis vor ein paar Tagen hatte ich noch keine Ahnung was mich in Belgien erwartet.

Mittlerweile sind wir richtig angekommen. Nach dem Reisestress und einer wundervollen Nacht, haben wir die Belgische Partnerschule kennengelernt. Wir haben uns morgens alle versammelt und uns gegenseitig die Schulen vorgestellt. Danach lernten wir uns nochmal richtig kennen in sogenannten "Get to know each other games", d.h. wir haben z.B. uns eine Lüge und eine Wahrheit über uns ausgedacht und alle anderen mussten durch Fragen herausfinden, was die Lüge ist. Das hat sehr viel Spaß gemacht. Währenddessen haben wir auch die Top 3 Logos des Erasmus+-Projektes gewählt, hier war auch das Logo von Adrian dabei, was meiner Meinung nach immer noch mein persönlicher Favorit ist.

Später haben wir auch schon begonnen, uns mit der Geschichte Belgiens zu beschäftigen. Hier haben unsere Austauschpartner interaktive Unterrichtseinheiten vorbereitet. Und das Ganze mit einer Diskussion abgerundet. Hier konnte man zum ersten Mal die Meinung der anderen hören. Dies war meiner Meinung nach der beste Teil des Tages.

Nach diesem anstrengenden Tag haben wir uns eine Auszeit genommen und sind zusammen in die Stadt Antwerpen gefahren. Wir wurden begleitet von unseren Gastgebern, welche uns eine sehr ausführliche Sightseeingtour gegeben haben. Den Tag haben wir daraufhin mit einer sehr großen Pizza ausklingen lassen.

Ich freue mich schon sehr auf das Afrika-Museum und die Stadt Brüssel morgen!

Das war es erstmal von meiner Seite für heute, bis morgen!

Bilder findet ihr im internen Bereich.

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Dienstag

Hey, mein Name ist Kathrin.

Es ist das erste Mal, dass ich in Belgien bin. Am Anfang waren es so viele neue Eindrücke, aber nach gestern, nach dem Kennenlernen, beginne ich mich hier wohl zu fühlen.

An unserem dritten Tag stand der Besuch des Afrika-Museums und des kongischen Viertels in Brüssel auf dem Plan.

Dafür haben wir uns um 8:30 Uhr im Bus getroffen. Während der Busfahrt haben wir alle zusammen Musik gehört und gesungen, was richtig Spaß gemacht hat. Wir haben auch noch Informationen über die Ausstellung bekommen, die wir zusammen in Gruppen kreieren mussten. In jeder Gruppe war mindestens eine Person aus jedem Land und beschäftigte sich immer mit etwas, was wir hier unternommen haben, wie zum Beispiel des Afrika-Museum.

Wir sind dann rechtzeitig am Museum angekommen und hatten sogar noch Zeit für eine kurze Pause, bevor die Führung begonnen hat.

Die Führung durch das Afrika-Museum war sehr interessant. Wir haben viel über die Kolonisation des Kongo erfahren und auch über die Folgen für die Bevölkerung dort. Die Kolonisation ist ein dunkles Thema der belgischen Geschichte. Während dieser Zeit wurden die Einheimischen ausgebeutet und misshandelt. Die Kolonisation lässt sich in verschiedene Abschnitte einteilen: Unter der Herrschaft von Leopold II, unter der belgischen Regierung. Danach kamen die Jahre des Chaos nach der Unabhängigkeit und die Zeit als gescheiterter Staat, welche auch deshalb hart für die Einheimischen ist, weil der Kongo immer noch unter den Folgen der Kolonisation leidet. Das Land ist/war reich an Bodenschätzen, gehört jedoch zu den ärmsten Ländern der Welt. Meiner Meinung nach ist es wichtig, dass man über dieses Kapitel der Geschichte unterrichtet wird, um von den Fehlern zu lernen. Zusätztlich wurden uns mehr Einblicke in die Natur in Afrika gegeben. Insgesamt war der Museumsbesuch sehr informativ, aber auch erschreckend.

Nach der Mittagspause haben wir uns um 14:00 Uhr auf den Weg in das kongische Viertel (Matongé quarter) gemacht. Im Bus lief wieder Musik.

Wir sind dann vor dem Royal Palace in Brüssel angekommen. Von dort sind wir zum Matogé quarter gegangen. Dabei kamen wir an verschiedenen Plätzen vorbei, die auch etwas mit der Kolonisation zu tun haben, wie zum Beispiel die Statue von Leopold II. Als wir im Viertel angekommen waren, haben wir uns in vier Gruppen aufgeteilt - und dann begann auch schon die Führung. Lokale Führer haben uns auf die Besonderheiten und die Geschichte des Viertels hingewiesen. Wo sie aufgewachsen sind, wie es damals aussah und wie die Mentalität der Personen ist. Was aufgefallen ist, war, dass im Viertel, in dem Leute aus dem kolonisierten Kongo leben, Statuen und Tafeln über die Personen zu finden sind, die für die Kolonisation verantwortlich waren.

Nach der Führung hatten wir noch eine kleine Pause, um uns noch einmal alleine im Viertel umzuschauen.

Danach haben wir alle zusammen kongisches Essen bekommen. Das Essen mit den vielen unbekannten Geschmacksrichtungen hat richtig gut geschmeckt (z.B. frittierte Bananen).

Nach einem langen Tag sind wir dann alle um 21:20 Uhr müde in Hoogstraten angekommen.

Die Bilder des Tages befinden sich im internen Bereich.

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Mittwoch

Am vierten Tag trafen wir uns um 9 Uhr an der Schule, um uns in unseren eingeteilten Gruppen auf die bevorstehenden Interviews und Debatten mit Experten vorzubereiten, indem wir uns Fragen überlegten. Der Experte meiner Gruppe war Mathieu Zana Etambala, ein belgisch-kongolesischer Historiker und Professor an der Universität Leuven, der sich vor allem auf die Geschichte und Kolonisation Kongos spezialisiert.

In unserer Mittagspause gingen wir in einer kleineren Gruppe essen. Es gab belgische Pommes, Waffeln und Schokomilch. Daraufhin setzten wir uns in einen Park und hörten Musik.

Anschließend begaben wir uns zurück in die Schule und warteten auf die Experten.

In unserem Interview beantwortete Etambala unter anderem Fragen dazu, wie er in den 1960ern als kongolesische Person in Belgien behandelt wurde, oder zu seiner Meinung, ob sich Belgien für die Kolonisation Kongos entschuldigen solle. Dem Interview folgte eine Debatte zwischen den Experten. Bei dieser ging es unter anderem um die Renovierung des Afrika Museums, sowie Statuen von Leopold II, und ob diese demontiert werden sollten. Die Debatte gab vor allem einen Einblick in verschiedene Perspektiven.

Am Abend erwarteten uns bei einem gemeinsamen Treffen der Schüler im nahegelegenen Pub eine Menge Spaß, Bierdeckelkunststücke und andere Zaubertricks.

Adrian

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Donnerstag

Heute ging es um die deutsche Geschichte und den Holocaust, deshalb standen heute die "Kazerne Dossin" und das "Breendonk memorial" auf dem Programm.

Auf der Busfahrt nach Mechelen herrschte gute Laune.

Nach ein bisschen Wartezeit gingen unsere Touren durch das Musuem auch schon los, wobei die Stimmung schlagartig wechselte. Die Ausstellung war sehr interessant und lieferte auch nach sehr vielen Geschichtsstunden neue Informationen. Nach der Tour hatten wir eine halbe Stunde zum Ausruhen oder Umschauen Zeit.

Danach ging es mit dem Bus weiter zum "Breendonk memorial", diesmal ohne Musik.

Nach ca. einer halben Stunde Busfahrt, sind wir auch schon angekommen, wobei wir erstmal gegessen haben. Im Anschluss folgte der heftigste Part des Tages, die Führung durch die Gedenkstätte, die die grausamen Lebensbedingungen im ehemaligen Gefängnis auf bildliche Weise darlegte.

Auf dem Rückweg schwenkte die Stimmung langsam aber sicher wieder um und wir freuten uns auf einen entspannten Abend.

Zurück in Hoogstraten ging es in die Familien zum Abendessen zurück.

In meiner Familie gab es Pfannkuchen. Danach haben wir noch einen Film angesehen und die Freizeit für den nächsten Tag geplant.

Susanna

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Freitag

Hi ich bin's wieder Kathrin,

heute ist Freitag, das heißt der letzte Tag bevor wir morgen heimfahren, was ich sehr schade finde, weil wir als Gruppe zusammen gewachsen sind. Wir haben uns heute um 9:00 Uhr in der Schule getroffen, um eine digitale Ausstellung über die einzelnen Themengebiete, die wir behandelt haben, zu erstellen. Dazu haben wir uns in den Gruppen auf verschiedene Räume verteilt und haben dann mithilfe von Laptops an einem Padlet gearbeitet (keiner von uns mag Padlet, aber was soll's).

In der Mittagspause sind manche von uns zum Einkaufen gegangen, um sich mit belgischen Waffeln und Schokolade einzudecken. Danach haben wir wieder fleißig an den verschiedenen Ausstellungen gearbeitet.

Um 15:00 Uhr sind wir dann gemeinsam zum Farmers Golf spielen gegangen. Es waren immer 6 Leute zusammmen in einer Gruppe und haben abwechselnd einen normalen Ball mit einem Schläger, an dem ein Holzschuh befestigt ist, über eine Kuhweide geschlagen. Leider war es ein bisschen kalt, aber es war trotzdem ein schönes Spiel. Leider konnten wir die zehn Löcher nicht fertig spielen.

Das gemeinsame Abschlussessen bestand aus verschiedenen belgischen Spezialitäten (sehr lecker) und als Nachspeise gab es Eis. Anschließend haben wir uns auf den Weg zur Schule gemacht, um dort ohne die Lehrer zu feiern. Später sind dann alle zu einer Party aufgebrochen, die vom Abschlussjahrgang der belgischen Schule organisiert wurde. Dort haben wir alle zusammen getanzt. Zum Glück sind wir noch bis 2:00 Uhr geblieben. Leider hieß es jedes Mal, wenn jemand heim musste, Abschied nehmen, was nicht sehr leicht war, nachdem wir uns während der Woche kennengelernt haben und Freunde geworden sind.

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