gedenkstätte

An einem sonnigen Dienstagmorgen machten wir, die Schüler der Q11, uns gegen 8.05 Uhr auf den Weg nach Dachau, um dort die KZ-Gedenkstätte zu besuchen. Nach einer einstündigen Fahrt mit dem Doppeldeckerbus kamen wir am Internationalen Jugendgästehaus Dachau, welches ca. 15 Gehminuten von der Gedenkstätte entfernt liegt, an.

Dort wurden wir in fünf gleichgroße Gruppen eingeteilt und „Teamerinnen" des Max-Mannheimer-Studienzentrums zugeteilt. Sie führten uns in die Geschichte des Konzentrationslagers und der damit verbundendenen Zeit des nationalsozialistischen Regimes ein. Besprochen wurden unter anderem Dokumente der SS bezüglich ihrer Organisation und Propaganda sowie die Anzahl und Lage verschiedener Arbeits- bzw. Konzentrationslager.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Jugendherberge ging es zu Fuß zur Gedenkstätte. Durch das kürzlich noch als gestohlen gegoltene Tor mit dem bekannten Spruch "Arbeit macht frei" gelangten wir auf den Appellplatz. Nach kurzer Bekanntmachung mit der Lage verschiedener Gebäude und allgemeinen Fakten, besichtigten wir zuerst das ehemalige Wirtschaftsgebäude. Hier wurden neu ankommende Häftlinge in einem Vorraum registriert und ihre mitgebrachten Habseligkeiten dokumentiert. Anschließend folgte das Häftlingsbad, in welchem man sich entkleiden musste und dann rasiert sowie desinfiziert die neue Häftlingskleidung anziehen musste.

Daraufhin bekamen wir einen Einblick in das Lagergefängnis, auch Bunker genannt. Einige rauschten nur schnell durch, denn darin war es eiskalt und auch der lange enge Gang war nicht jedem geheuer. Es war im Allgemeinen schwer vorstellbar für uns, wie man Menschen in 70x70cm kleinen Zellen ohne Toilette und teilweise ohne Licht für mehrere Monate wegsperren konnte.

Danach schauten wir uns die rekonstruierten Baracken, die Schlafsäle der Häftlinge, an. Erschreckend war der Fakt, dass in den für 6000 Menschen ausgerichteten Sälen am 29. April 1945, dem Tag der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner, über 30.000 völlig entkräftete Menschen dort gefangen waren. Der letzte Punkt der Führung war das Krematorium. Hier wurden Leichen gelagert und anschließend verbrannt. Auch gab es vor Ort eine Gaskammer wie man sie beispielsweise aus Auschwitz kennt, jedoch kamen in Dachau durch diese als Brausebäder oder Desinfektionsräume getarnte Gaskammer "nur" 4 Menschen zu Tode.

Nach einer abschließenden Reflexionsrunde im Jugendhaus, ging es mit dem Bus zurück nach Neufahrn. Obwohl der Tag sehr anstrengend und lang war, fanden wir ihn dennoch interessant und aufschlussreich. Die Einblicke, die uns geboten wurden, erweiterten unser bisher erlerntes Schulwissen zu den Arbeits- und Konzentrationslagern. Wir empfinden es als wichtig, die Gedenkstätte als internationales Mahnmal kennenzulernen und als Teil der deutschen Geschichte nicht zu ignorieren.

von Schülerinnen aus der Q11

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