Lernreich 2.0

Mit dem Schuljahr 2015/16 ging der Schulversuch "Lernreich 2.0" zwar vorbei, jedoch sollen digitale Unterrichtsmedien weiterhin Teil des Unterrichts am OMG sein.

Das OMG im Magazin der Robert-Bosch-Stiftung

Schon mehrmals konnten Sie / konntet ihr auf der Homepage etwas von dem „Forum Bildung Digitalisierung“ lesen. Das Oskar-Maria-Graf-Gymnasium war nämlich für die Mitarbeit in der Werkstatt schulentwicklung.digital dieser Initiative ausgewählt worden. Als eine von nur 38 Schulen bundesweit sollte es seine Erfahrungen im Einsatz digitaler Medien für das Lehren und Lernen einbringen.

Seitdem ist einiges passiert. Zum Beispiel waren unser Schulleiter Herr Vogl, Frau Bach sowie einige Schüler des OMG im November auf einer Konferenz zur Digitalisierung in Berlin. Zudem war der Journalist Christoph Dorner am OMG und machte sich für eine Reportage selbst ein Bild davon, was Digitalisierung in der Schule bedeutet. Was er in den besuchten Unterrichtsstunden erlebt hat, können Sie / könnt ihr in dem Magazin „Neu“ der Robert-Bosch-Stiftung in der Reportage „Neues Lernen – Wie sieht guter digitaler Unterricht aus?“ nachlesen. Die Bilder sind von Julian Baumann.Dieser Link führt zu dem Magazin

Zusätzlich hakte er noch einmal etwas genauer nach, was die Schüler des OMG von „Digitalisierung“ halten. Die Antworten fasste er unter dem Titel „Das Schulbuch auf dem Smartphone“ auf der Homepage der Stiftung zusammen.Hier geht's zum Interview.

Zur Erinnerung – Das ist die Initiative (vgl. Magazin, S. 14): Dies ist eine gemeinsame Plattform für Akteure aus dem Schulsektor, aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. In Dialogforen und Workshops tauschen sie sich dazu aus, wie digitale Medien zur Lösung pädagogischer Herausforderungen beitragen können. So sollen die Potenziale der Digitalisierung genutzt werden, um das Bildungssystem zu verbessern und die Chancengleichheit zu fördern. Gestartet wurde das „Forum Bildung Digitalisierung“ von der Deutsche Telekom Stiftung, der Bertelsmann Stiftung, der Robert Bosch Stiftung sowie der Siemens Stiftung. Angeschlossen haben sich die Dieter Schwarz Stiftung und die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft. Förderer ist die Stiftung Mercator.

Im internen Bereich finden Sie / findet ihr Bilder des Fotografen Julian Baumann.

Im internen Bereich anmelden, um weiterzulesen.

Nun verfügbar: Die Präsentation zum Vortrag „Die unsichtbare Macht der digitalen Medien“

Handy

Der Referent Martin Seidl, Diplom Sozialpädagoge und Suchtpräventionsfachkraft, legte in seinem Vortrag „Die unsichtbare Macht der digitalen Medien“ seinen Schwerpunkt auf das Smartphone. Er wies auf die Gefahren (Kontakt mit Fremden, Cybermobbing, Leistungsminderung, körperliche Auswirkungen, Recht am Bild, Abhängigkeit, Handystrahlung etc.) hin und zeigte dann auch konkrete Lösungsansätze auf.

Herr Seidl stellt den interessierten Eltern die Präsentation zu seinem Vortrag gerne zur Verfügung. Klicken Sie auf den Titel, um das Dokument zu öffnen: Präsentation zum Vortrag "Die unsichtbare Macht der digitalen Medien".

Reportage: Konferenz in Berlin ... aus Sicht einer Schülerin

Es ist Nacht. Vor uns liegt die beleuchtete Skyline von Berlin. Der Fernsehturm ragt in den Himmel hinein, es fehlt nicht viel und er würde die Wolken berühren. U-Bahnen kommen und gehen. Die Stadt lebt, obwohl es schon fast Mitternacht ist. Die ganze Szene spiegelt sich im dunklen Wasser der Spree. Wir sitzen auf einer Bank an ihrem Ufer, der kalte Wind fährt uns durch die Kleidung, die Bank unter uns ist nass, das Bier in unseren Händen ist eigentlich viel zu kalt für das Wetter, aber das ist uns in diesem Moment egal. In diesem Moment sind wir uns sicher: So fühlt sich Freiheit an.

Es ist faszinierend, dass man so empfinden kann, nachdem man gemeinsam einen ganzen Tag für die Zukunft von Deutschlands Bildung gearbeitet hat. Bei einer Konferenz zur Bildung und Digitalisierung. Ich will es nicht schön reden: Die Tage in Berlin waren anstrengend.

Von 8 bis 20 Uhr arbeiten? Das ist schlimmer als Schule. Na ja, es gab bessere Snacks. Sogar sehr gute. Man muss sagen: Deutschlands 38 Werkstattschulen speisen sehr exquisit.

Aber es gibt nicht so oft die Möglichkeit für uns Schüler in Deutschlands, Bildungspolitik mitzugestalten. Auch wenn ich uns zu Anfang nur für bessere Alibis gehalten habe, die allen das Gefühl vermitteln sollten: „Seht, da sind Schüler, die lassen wir sogar auch was machen", musste ich dieses Vorurteil am Ende zurücknehmen.

Vier Tage und drei Nächte in der aufregendsten Stadt Deutschlands, wer würde dazu nein sagen? Dazu noch drei Tage schulfrei, die Reise nach Berlin schien nur Vorteile für uns Schüler zu haben. Plus: Ausgang bis Mitternacht. Auch wenn das in Berlin noch nicht für einen anständigen Clubbesuch reicht, durchaus ein weiteres Argument. Die Lehrer waren immerhin in einem anderen Hotel untergebracht. Ärger also ausgeschlossen.

25 Schüler im Alter von 14 bis 19 aus ganz Deutschland versammelt in einem Hotel mitten in der Hauptstadt. – Klar, dass man sich dabei nicht nur über Digitalisierung ausgetauscht hat. Zumindest außerhalb der Programmstunden. Doch auch diese hatten durchaus Unterhaltungswert. Nun wurden wir endlich darüber aufgeklärt, worum es auf dieser ominösen Konferenz überhaupt gehen sollte und worin unsere Aufgabe bei dem Ganzen lag. Zu unseren Vorbereitungstreffen hatte übrigens niemand Zutritt außer uns Schülern, egal wie sehr die hohen Tiere der Konferenz es auch versuchten. Hier konnten wir Plakate erstellen, die unsere Meinung über die unterschiedlichen Bereiche der Digitalisierung ausdrücken sollten. Hier schrieben wir auch unsere finale Rede zu diesem Thema.

Während der Rest der Gruppe der furiosen Podiumsdiskussion lauschte, die von einigen live auf der Leinwand gezeigten Kommentaren, wie z.B. „Jetzt hilft nur noch auf die Unendlichkeit zu forcieren", bereichert wurde, erarbeitete eine kleine Gruppe aus fünf Leuten den Vortrag. Es ging um Profilierung der Politik auf Kosten der Schüler, Fortbildungen für überforderte Lehrkräfte, Zusammenhalt zwischen den unterschiedlichen Schulen und darum, dass endlich angepackt und nicht nur geredet wird.

Ich weiß nicht, ob irgendjemand die Dinge, die wir gesagt haben, berücksichtigen wird. Gehört hat sie jeder, der auf dieser Konferenz war. Wir haben unsere Meinung kundgetan, ob sie berücksichtigt wird, entscheiden andere.

Doch das, was mir am meisten im Gedächtnis bleiben wird, spielte sich natürlich außerhalb der Mauern der Konferenzhalle ab. Da ist der Abend, als wir in Berlin Kreuzberg auf der Suche nach einem Secondhandshop verloren gingen und dann gebackene Bananen geschenkt bekamen, weil wir so verzweifelt aussahen. Oder als wir von einem Sicherheitsmann, der uns die ganze Zeit schweigend und unbemerkt beim Philosophieren beobachtet hatte, per Lautsprecher angewiesen wurden, unseren Müll mitzunehmen. Oder das Shoppen von typisch Berliner Make-up, vor allem grüner Mascara und blauen Eyelinern. Oder das Herausschleichen aus dem Hotel am letzten Abend. In Berlin ist selbst nachts um zwei noch mehr los als in München um Mitternacht. Oder einfach nur das nächtliche Musikhören auf dem Alexanderplatz.

Kurzgefasst: Diese Fahrt war ein Erlebnis. Ich habe Leute getroffen, die ich wahrscheinlich nirgendwo sonst getroffen hätte. Betrunkene, die sich besser ausdrücken, als ich es nüchtern je können werde, und Menschen, die für eine Person, die sie erst drei Tage kennen, quer durch das nächtliche Berlin laufen, um sie vor ihrer unglaublichen Orientierungslosigkeit zu schützen.

Ich bin mit dem Vorsatz nach Berlin gekommen, so viel Spaß wie möglich und so viel Arbeit wie nötig zu haben. Den ersten habe ich sicherlich eingehalten, den zweiten bestimmt nicht. Am Ende habe ich eine Rede vor 400 Menschen aus Deutschlands Führungsebene gehalten. Ich denke, das zeigt, was Schüler tun, wenn man ihnen den Freiraum lässt, sich zu entfalten. Denn egal wie viel Scheiße sie nebenbei bauen, ihre Meinung ist es, die Konferenzen wie eben jene in Berlin besonders wertvoll macht.

Unser Vortrag wird den Politikern und Lehrern sicherlich solange im Gedächtnis bleiben wie mir die Tage in Berlin, denn wenn eine Stadt, viele verschiedene Meinungen, ein gemeinsamer Geist und viel Lebens- und Gestaltungsfreude zusammenkommen, entsteht etwas Wundervolles – man nennt dies auch „Gemeinschaft“. Und die ist unvergesslich.

Anna Pflügler, Q11

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