fit4life

„Das sieht gut aus – ihr schafft das!“, ruft Sebastian Fritsch lautstark seinem Team aus Schülern und Schülerinnen der 5d und f des OMG in der Turnhalle zu. Begleitet von lautem Quietschen und Kichern, aber auch von einigen kurzen „Uffs!“ tief aus dem Bauchraum heraus versuchen zwei Gruppen aus jeweils etwa 30 Jungen und Mädchen einen Klassenkameraden wie auf einem menschlichen Förderband zu transportieren. Dazu haben sich die Fünftklässler reißverschlussartig auf dem Boden positioniert: die Köpfe ganz nahe beieinander, die Arme senkrecht in die Luft gereckt liegen sie auf dem Rücken in einer langen Reihe hintereinander auf einem Bodenläufer. Vorsichtig lassen die ebenfalls beteiligten Sportlehrkräfte Lisa Horst und Patrick Washburn einen einzelnen Schüler als menschliches Transportgut am Anfang des Förderbandes aus Schülern auf deren ausgestreckte Hände gleiten. „Körperspannung!“ heißt dann das Kommando, das Anette Bormann den von den Fünftklässlern Transportierten mehrfach in Erinnerung bringt. Denn auch die von der Schülerkette bewegten Jungen und Mädchen sind nur auf den ersten Blick passiv: Sie müssen ebenso ihren Teil der Geschicklichkeitsübung erledigen – ansonsten funktioniert das Zusammenspiel des Teams nicht. Insofern wird hier äußerst anschaulich demonstriert, dass die Schüler und Schülerinnen Teil einer Gemeinschaft sind, in der jeder vom anderen abhängig ist und in der ohne tatkräftige Unterstützung jedes Einzelnen kein Erfolg zustande kommt.

„Sport und Verantwortung“ lautete dementsprechend das Motto des zweitägigen Workshops, der im Rahmen des Profil- und Kulturtages des OMG am 24. und 25. Juli 2018 stattfand. Unter Anleitung der vier Sportlehrkräfte Sebastian Fritsch, Anette Bormann, Patrick Washburn und Lisa Horst wurden die insgesamt circa 60 Schülerinnen und Schüler der 5d und f in verschiedenen Gruppenübungen dazu animiert, sich menschlichen Ur-Ängsten zu stellen, dabei die eigenen Grenzen zu überschreiten, indem sie Kontrolle abgeben, einander vertrauen, aber auch füreinander Verantwortung übernehmen und so die Klassengemeinschaft stärken.

Nachdem die Jungen und Mädchen also nacheinander zehn Mitschüler ohne Absetzen oder Fallenlassen mit ihren Händen befördert hatten, ließen sie sich unter anderem einzeln von einem Kasten in ein Netz aus Armen ihrer Klassenkameraden fallen, bevor sie sanft auf den Boden gelassen wurden. Außerdem durchliefen sie einen besonderen Hindernisparcours. Dieser war zunächst von den Fünftklässlern aus unterschiedlichen Matten, Kasten, Böcken, Sprungbrettern, Langbänken, Reifen, Pylonen und Bällen aufgebaut worden. Untermalt von einer dazu passenden Geräuschkulisse wurde er dann als „Bergtour im Schneesturm“ von jeweils zwei Schülern gemeinsam gemeistert: Einer davon war mittels einer Augenmaske „schneeblind“ und deshalb auf die Hilfe eines sehenden Mitschülers angewiesen. Sichtbar verbunden waren die beiden zum einen mit einem Seil, zum anderen konnten sie sich aber zudem verbal verständigen, sodass auch der „Blinde“ sicher durch das unwegsame Terrain gelangen konnte.

„Verantwortung heißt...“ - dieser Satzanfang sollte abschließend von den Fünftklässlern sinnvoll ergänzt werden: „Dass man sich den guten Weg zeigt“ und „auf jemanden achten“, so lauteten zwei Vorschläge der Jungen und Mädchen am Ende der zweitägigen Veranstaltung, die sichtlich sämtliche Beteiligte begeisterte. Denn Vertrauen ist gut und deine Kontrolle ist, - wenn du Glück hast und jemand bereit ist, für dich Verantwortung zu übernehmen, - gar nicht mehr nötig.

Simone Sammer

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