„Der echte Ring/ vermutlich ging verloren.“ (G.E. Lessing)

– Zum spannungsreichen Verhältnis zwischen Religion und Wahrheit

So lautet der Titel des diesjährigen Essaywettbewerbs, ausgeschrieben von der Jungen Akademie des Bistums in Mainz an alle SchülerInnen im Alter von 16 bis 19 Jahren in Deutschland und Österreich – und an welchem ich mich dank des Anstoßes meiner Deutschlehrerin entschieden habe, teilzunehmen! Unerwarteterweise sogar mit Erfolg, wie sich herausstellen sollte.

Mein Beitrag:

Mein Theaterstück "The Sun, The Moon and The Truth (Wer sich für philosophische Reflexion oder Flachwitze interessiert, kann es gerne hier als PDF herunterladen) wurde mit 11 weiteren Essays bzw. kreativen Werken aus 150 Einsendungen ausgezeichnet und für die ersten drei Plätze nominiert. (Man sollte erwähnen, dass die Gewinner Büchergutscheine und Geldpreise im Wert von 1000 € (!) erhalten.)

Auch wurden wir alle zu einer Summer School vom 20.06.18 bis zum 23.06.18 am Erbacher Hof in Mainz eingeladen, um der Preisverleihung beizuwohnen und weiterhin mit renommierten Theologie- und Philosophie-Professoren Debatten über die stiefmütterliche Beziehung zwischen Religion und Wahrheit zu führen. So trocken und zermürbend es vielleicht im ersten Moment klingen mag, so locker und lustig war es eigentlich! Hier findet ihr das Programm der Summer School (PDF)

Kurzer Überblick:

Umgeben von einem schönen Hotelambiente und Kaffee, Kuchen und Keksen zu jeder Zeit kann man sich eigentlich nur pudelwohl fühlen, wenn man mit den anderen 10 Teilnehmern und jungen Dozenten über Gott, die Welt und auch banale Themen wie Netflix-Filme philosophiert. Bespiele für die Workshops sind „Religionsfreiheit ja, aber für wen?“ oder „Glauben und geschichtliche Wahrheit“ oder „Was ist soziale Gerechtigkeit?“

(Kennt ihr das, wenn sich euer Verstand dankbar ausdehnt, wenn philosophische Fragen beantwortet werden, die ihr euch schon immer gestellt habt? Unbedingt empfehlenswert!)

Neben der ganzen Sinneserweiterung blieb sogar noch genügend Freizeit für eine Besichtigung des Mainzer Doms und anschließendem Eis Essen oder auch für nächtliche Erkundungstouren am Ufer des Rheins mit anschließendem Kennenlernen in einer Kirchenbar.

Was aber die ganze Erfahrung wirklich perfekt gemacht hat, waren die unglaublich lieben und aufgeweckten Menschen (sowohl Schüler als auch Professoren), mit welchen man ohne Hemmungen und zu jeder Zeit über verschiedenste Themen reden konnte, von der Legalisierung von Cannabis und das Polizeiaufgabengesetz über „13 Reasons Why“ bis zu dem schrägen Vokabular der Österreicher (ur-zache Topfengolatschen). Zur selben Zeit konnten wir auch gemeinsam beim Konzert des Johannisfestes am Freitagabend abgehen oder am Donnerstagabend in Ruhe unsere gegenseitigen Essays studieren und bewundern.

Fazit: Auch wenn ich letztendlich keinen Geldpreis gewonnen habe, habe ich mehr Mitleid für die Erstplatzierte, die sich aus verschiedenen Gründen entschieden hatte, nicht an der Summer School teilzunehmen – sie hat echt was verpasst!

What's your story?

Wer den Bericht tatsächlich bis hierher durchgelesen hat, hat sich bestimmt schon zwischenzeitlich gefragt, wieso ich mich hier lang und breit über eine schöne, aber individuelle Erfahrung auslasse und was das die Schulfamilie angeht. Die Antwort ist einfach:

Wir können auch anders!

Mein Erlebnis beweist, dass das OMG nicht nur ein naturwissenschaftliches Gymnasium ist mit lauter Mathekängurus und -olympioniken oder jungen Forschern (was natürlich auch super ist), sondern durchaus viele sprachwissenschaftliche und kreative Köpfe unter uns schlummern und nur auf eine Gelegenheit warten, um sich zu beweisen.

Leider ist die Beteiligungsrate zurzeit an derartigen Wettbewerben sehr gering, vielleicht wegen fehlender Information oder mangelndem Selbstvertrauen bzw. Motivation. Hätten bei diesem Wettbewerb mehr Schüler von unserer Schule teilgenommen, hätten wir sicher auch zu dritt oder viert nach Mainz reisen können wie die drei österreichischen Teilnehmer aus derselben Schule zeigen.

Also – nehmt euch die Zeit, fasst euch den Mut, holt eure Laptops und lasst eurer Kreativität freien Lauf! Es lohnt sich, versprochen!

Wer wissen will, wer sich hinter der - wie wir finden - sehr mutigen und talentierten Schülerin verbirgt, kann ein Foto im internen Bereich sehen.

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