Deep-Sky-Objekt des Monats: April 2025
01.04.2025 von Dr. Wolfgang OberMondphasen, Planetenbeobachtungen und vieles mehr.
Der Sternenhimmel im April 2025 (22:00 MESZ)
Sternbilder
Der Große Wagen steht jetzt fast genau über unseren Köpfen im Zenit. Der vorletzte Deichselstern Mizar eignet sich, um seine Sehschärfe zu testen. Mizar ist ein Dreifachsystem. Der „Hauptstern“ ist in Wahrheit ein enger Doppelstern, der visuell nicht auflösbar ist. Die dritte Komponente, „Alkor“ genannt, kann jedoch bei gutem Sehvermögen getrennt vom Hauptstern wahrgenommen werden. Ganz in der Nähe von Mizar finden wir mit M51 und M101 zwei bekannte und helle Spiralgalaxien.
Im Westen geht Orion unter, ebenso wie die Planeten Jupiter und Uranus. Auch der Hauptstern im Sternbild Stier, Aldebaran, nähert sich immer weiter dem Westhorizont. Halbhoch im Westen dominieren die Hauptsterne der Zwillinge Kastor und Pollux zusammen mit dem roten Planeten Mars. Im Nordwesten strahlt Kapella, ein sonnenähnlicher spektroskopischer Doppelstern in nur knapp 43 Lichtjahren Entfernung.
Das Frühlingssternbild des Löwen (das tatsächlich an eine springende Katze erinnert) mit dem Hauptstern Regulus passiert den Meridian. Regulus hat etwa den 10-fachen Radius der Sonne und seine Oberflächentemperatur beträgt ca. 12.000 K. Die Entfernung von Regulus zur Erde wurde zu 79 Lichtjahren bestimmt. Folgt man dem „Bauch“ des Löwen nach Osten, stößt man auf ein wahres „Galaxien-Gewimmel“. Hier sehen wir in Richtung des Virgo-Galaxienhaufens mit mehr als 2000 Galaxien auf relativ engem Raum in ca. 50 Millionen Lichtjahren Entfernung. Auch die Milchstraße bewegt sich in Richtung des Virgo-Clusters. Die zentrale Galaxie ist M87, eine große elliptische Galaxie. Im Zentrum befindet sich ein enorm massereiches Schwarzes Loch mit ca. 6,3 Milliarden Sonnenmassen, das als erstes Schwarze Loch überhaupt fotografisch aufgenommen wurde. Zum Vergleich: das Schwarze Loch im Zentrum der Milchstraße hat eine Masse von „nur“ 4 Millionen Sonnenmassen.
In südöstlicher Richtung fallen zwei Sterne auf: Spica, Hauptstern der Jungfrau, und höher am Himmel der orange Arkturus im Sternbild Bootes. Arkturus, Spica und Regulus (Sternbild Löwe) spannen das sogenannte Frühlingsdreieck auf.
Bei Spica handelt es sich um einen spektroskopischen Doppelstern, der sich visuell nicht trennen lässt. Die Komponenten sind massereiche Sterne mit etwa 11 bzw. 7 Sonnenmassen und Oberflächentemperaturen von mehr als 20.000 K. Arcturus gehört zu den 5 hellsten Sternen am irdischen Nachthimmel und ist lediglich 37 Lichtjahre von der Erde entfernt.
Am 15. April geht die Sonne um 20h14min MESZ (Sommerzeit) unter. Etwa eine Stunde später ist es dann dunkel genug für astronomische Beobachtungen.
Sternkarte von Cartes du Ciel (GNU GENERAL PUBLIC LICENSE Version 2, June 1991)
Mondphasen:
Erstes Viertel am 05.04., Vollmond am 13.04.
Letztes Viertel am 21.04., Neumond am 27.04.
Interessante Konstellationen:
- April: Mond nahe Jupiter (Mitternacht)
- April: Mond bei Mars und Pollux (am Abend)
- April: Mond bei Regulus (am Abend)
- April: Mond bei Spica (Mitternacht)
- April: Mond bei Antares (am Morgen)
- April: Mond bei Venus (am Morgen)
- April: Mond bei Jupiter (am Abend)
Planetenbeobachtung:
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Merkur erreicht am 21. April mit 27° Winkelabstand seine größte westliche Elongation, müsste also eigentlich am Morgenhimmel zu beobachten sein. Leider steht Merkur aber ca. 12° südlicher als die Sonne, so dass es trotzdem nicht für eine Beobachtung in diesem Monat ausreicht.
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Venus stand Ende März in unterer Konjunktion zur Sonne und ist jetzt zum Morgenstern geworden. Die fast ein Grad große schmale Sichel wird im Laufe des Monats zusehend kleiner und „dicker“. Der Durchmesser nimmt von 58‘ auf 37‘ ab. Die Helligkeit steigt von – 4.2mag am Monatsanfang auf – 4.8mag am 27. April an. Venus strahlt an diesem Tag in größtem Glanz.
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Mars wird zum Planeten der ersten Nachthälfte. Der Abstand zur Erde wird merklich größer, was neben der sinkenden Helligkeit, die von 0.4mag auf 0.9mag zurückgeht, auch am scheinbaren Durchmesser bemerkbar ist. Im Teleskop erscheint Mars nur noch als kleines Scheibchen von 6.6“ Durchmesser, das nur noch zu 90% beleuchtet ist. Am 16. April durchläuft der rote Planet seinen sonnenfernsten Punkt mit mehr als 249 Millionen Kilometer.
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Jupiter wandert durch das Sternbild „Stier“ und ist am Abendhimmel nicht zu übersehen. Die Helligkeit von Jupiter geht nochmals leicht auf -2.0mag zurück. Die Untergangszeiten für den Riesenplaneten verlagern sich von 01h34min (Sommerzeit MESZ) am Monatsanfang auf 23h12min (MESZ) am Monatsende.
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Saturn stand letzten Monat in Konjunktion mit der Sonne und kann frühestens gegen Monatsende bei sehr guten Sichtbedingungen tief am Osthorizont aufgespürt werden. Der Ringplanet mit einer Helligkeit von 1.2mag geht am 30. April um 04h51min MESZ auf.
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Uranus bewegt sich rechtläufig am Himmel durch das Sternbild Stier und nähert sich seiner Konjunktion mit der Sonne. Uranus geht bei einer Helligkeit von 5.8mag am 15. April um 22h56min und am 30. schon um 22h02min (jeweils MESZ) unter.
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Neptun stand letzten Monat in Konjunktion mit der Sonne und ist auch in diesem Monat noch nicht zu sehen.
Deep Sky Objekt des Monats: “M82 – Starburst-Galaxie”
Die Galaxie M82 im Sternbild Ursa Major sehen wir fast von der Kante. Die Galaxie ist mit ihrer großen Schwester M81 gravitativ verbunden. Bei einer engen Begegnung beider Galaxien vor ca. 500 Millionen Jahren wurde in M82 eine starke Sternentstehung ausgelöst. Die damit verbundenen späteren Supernova-Explosionen haben Wasserstoffgas aus der Ebene von M82 herausgeschleudert, was auf unserer am OMG-Campus-Observatorium aufgenommenen Photographie deutlich erkennbar ist. Die Galaxie wird manchmal auch „Zigarren-Galaxie“ genannt und ist ca. 11 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.
Für diese Aufnahme wurden insgesamt 30 Bilder zu je 2 Minuten Belichtungszeit mit der Farbkamera ASI 2600 MC am 30-cm Spiegelteleskop aufgenommen und gestackt. Die Gesamtbelichtungszeit betrug 60 min.
Datum: 2025-03-06_20:53 – 21:54 MEZ
Exposure: 30 x 120 s -> 3600 s
Teleskop: RC_12_F6_1800
Kamera: ASI 2600 MC
Beobachter: W. Ober; A. Terkowski
Image-Processing: PixInsight & AstroArt