Deep-Sky-Objekt des Monats: März 2026
03.03.2026 von Dr. Wolfgang OberMondphasen, Planetenbeobachtungen und vieles mehr.
Der Sternenhimmel im März 2026 (21:00 MEZ)
Sternbilder
Im März verschiebt sich der Schwerpunkt des abendlichen Sternhimmels deutlich in Richtung der Frühlingssternbilder. Der Löwe steht nun gut sichtbar im Süden. Sein Hauptstern Regulus (Spektralklasse B7 V, Entfernung ≈ 79 Lj, scheinbare Helligkeit m ≈ 1,35) liegt nahezu auf der Ekliptik. Als hellster Stern im Löwen trägt er auch den Namen Alpha Leonis (α Leonis oder Alp Leo).
Die Ekliptik ist im angehängten Bild des März-Sternhimmels als diejenige Linie erkennbar, die von Ost nach West durch die Sternbilder Jungfrau, Löwe, Krebs und Zwillinge verläuft.
Sie stellt ganz allgemein diejenige Ebene dar, in der sich die scheinbare Bahn der Sonne um die Erde befindet. In Wahrheit ist es natürlich genau andersherum. Von daher liegen auch die Positionen der Planeten im Bereich der Ekliptik (in der Skizze Jupiter und Uranus).
Im Westen verabschiedet sich das markante Sternbild Orion zunehmend vom Abendhimmel. Beteigeuze als Roter Überriese sowie Rigel als heißer blauweißer Stern stehen nun bereits deutlich tiefer.
Im Osten erscheinen zunehmend die ausgedehnten Sternbilder Jungfrau und Bootes. Dort fällt besonders Arktur (K1.5 III, Entfernung ≈ 37 Lj, scheinbare Helligkeit m ≈ −0,05) auf, ein orangefarbener Riesenstern und einer der hellsten Sterne des Nordhimmels.
Zwischen Regulus, Arktur und Spica spannt sich das sogenannte Frühlingsdreieck auf, das den Übergang zur galaxienreichen Region der Jungfrau markiert.
Der Sternhimmel am 15. März 2026 um 21:00 CET (Cartes du Ciel) (GNU GENERAL PUBLIC LICENSE Version 2, June 1991)
Mondphasen:
Letztes Viertel am 03.03., Neumond am 10.03.
Erstes Viertel am 17.03., Vollmond am 25.03.
Interessante Konstellationen:
08.03.: Mond nahe Regulus
12.03.: Venus nahe Neptun (Fernglas empfehlenswert)
19.03.: Mond bei Jupiter
21.03.: Frühlingsanfang (Sonne überschreitet den Himmelsäquator)
Das Sonnensystem am 15. März 2026:
(Grafik © typeshift.io / Spektrum der Wissenschaft)
-
Im März wandelt sich der Abendhimmel: Venus gewinnt rasch an Höhe und wird zum dominierenden Objekt der Abenddämmerung, während Saturn und Neptun sich aus der Beobachtbarkeit verabschieden. Merkur wechselt in die Morgendämmerung. Mars bleibt in Sonnennähe. Jupiter dominiert weiterhin die Nachtstunden.
-
Merkur erreicht am 7. März die untere Konjunktion und ist danach zunächst unbeobachtbar. Gegen Monatsende taucht er in der Morgendämmerung wieder sehr tief am Osthorizont auf und steuert auf seine größte westliche Elongation Anfang April zu. Die Helligkeit ist dabei noch mäßig. Aufgrund der flachen Horizontlage sind freie Sicht und klare Luft entscheidend.
-
Venus steht im März deutlich besser als im Februar am Abendhimmel. Ihre scheinbare Helligkeit liegt etwa bei m ≈ −3,9 mag. Im Teleskop zeigt sich eine nahezu vollständig beleuchtete Venusscheibe, deren scheinbarer Durchmesser im Monatsverlauf langsam zunimmt. Anfang März kommt es zu einer auffälligen Begegnung mit dem tief stehenden Saturn – ein gutes Motiv für Weitwinkel- und Fernglasbeobachtung.
-
Mars bleibt auch im März praktisch unbeobachtbar. Nach seiner Konjunktion im Januar steht er weiterhin in Sonnennähe. Erst in den folgenden Monaten verlagert er sich schrittweise in den Morgenhimmel.
-
Jupiter bleibt das auffälligste Planetenobjekt in der Nacht. Nach der Opposition im Januar nimmt seine Helligkeit im Monatsverlauf nur langsam ab (typisch m ≈ −2,4 bis −2,2 mag). Der scheinbare Durchmesser geht weiter zurück, dennoch sind in ruhiger Luft Wolkenbänder sowie die vier Galileischen Monde bereits im kleinen Teleskop bzw. in stabil aufgestellten Ferngläsern gut zu verfolgen.
-
Saturn nähert sich seiner Konjunktion mit der Sonne und steht nur noch sehr tief in der Abenddämmerung. Damit verschlechtern sich die Beobachtungsbedingungen rasch. Ringsystem und Planetenscheibe sind zwar im Teleskop grundsätzlich noch erkennbar, jedoch limitiert die geringe Höhe über dem Horizont die Bildqualität stark.
-
Uranus kann in der ersten Nachthälfte weiterhin beobachtet werden, steht aber ebenfalls immer tiefer. Mit einer Helligkeit um m ≈ 5,7 mag bleibt er unter dunklem Himmel theoretisch knapp freisichtig, praktisch ist ein Fernglas oder besser ein Teleskop hilfreich. Im Teleskop erscheint Uranus als kleines grünlich wirkendes Scheibchen.
-
Neptun verschwindet zunehmend in der hellen Abenddämmerung und wird im März kaum noch sinnvoll beobachtbar. Mit m ≈ 7,9 mag und einem scheinbaren Durchmesser von nur rund 2″ ist er selbst im Teleskop nur unter sehr guten Bedingungen als schwaches Objekt bzw. winziges Scheibchen zu identifizieren.
Deep Sky Objekt des Monats: Das „Leo-Triplett““
Die drei Galaxien M65, M66 und NGC 3628 im Sternbild Leo stehen eng beieinander und bilden das s.g. „Leo-Triplett“. Die Entfernung zu diesem Galaxien-Trio beträgt ca. 35 Millionen Lichtjahre. M65, die am weitesten im Westen stehende Galaxie, sehen wir unter kleinem Winkel. Deutlich erkennbar ist ein dunkles Staubband in der Galaxienebene. M66, die südlichste der drei Galaxien, beeindruckt mit zwei ausladenden Spiralarmen und einem länglichen Zentrum. Die dritte Galaxie im Bunde ist NGC 3628, bei der wir ein dickes Staubband fast genau von der Kante sehen.
Für diese Aufnahme wurden 26 von insgesamt 30 Bildern zu je 2 Minuten Belichtungszeit mit der Farbkamera ASI 2600 MC am 30-cm Spiegelteleskop aufgenommen und integriert. Die Gesamtbelichtungszeit betrug somit 52 min.
Datum: 2025-03-08_22:25 – 23:27 MEZ
Exposure: 26 x 120 s 3120 s
Teleskop: RC_12_F6_1800 mm
Kamera: ASI 2600 MC
Beobachter: W. Ober; A. Terkowski
Image-Processing: PixInsight & AstroArt