Der Sternenhimmel im August 2026 (22:00 MESZ)
19.08.2026 von Dr. Wolfgang Ober, Arne TerkowskiMondphasen, Planetenbeobachtungen und vieles mehr.
Im August werden die Nächte wieder merklich länger. Während Anfang August die astronomische Dunkelheit noch relativ spät einsetzt, lässt sich gegen Monatsende bereits deutlich früher beobachten. Im Laufe des Monats verkürzt sich der Tag in Mitteleuropa um rund 1 Stunde und 40 Minuten.
Der Abendhimmel wird deutlich von den Sommersternbildern geprägt. Hoch am Himmel steht das markante Sommerdreieck aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Altair im Adler. Die drei hellen Sterne bieten eine gute Orientierung und bleiben bis weit nach Mitternacht sichtbar.
Fast im Zenit befindet sich die kleine Leier mit der hellen Wega.
Ein interessantes Teleskopobjekt in diesem Sternbild ist der Ringnebel M57, ein planetarischer Nebel in etwa 2500 Lichtjahren Entfernung. Er zeigt sich bereits in kleineren Teleskopen als winziger, ringförmiger Nebelfleck.
Besonders auffällig ist das große Sternbild Schwan, dessen hellste Sterne die Form eines Kreuzes bilden. Sein Hauptstern Deneb ist ein sehr leuchtkräftiger Überriese in mehr als 2000 Lichtjahren Entfernung. Am anderen Ende des Sternbildes befindet sich Albireo, ein Doppelsternsystem aus einer gelblich-orangenen und einer bläulich erscheinenden Komponente.
Im Herkules, der im Laufe des Abends bereits langsam nach Westen wandert, befindet sich mit M13 einer der bekanntesten Kugelsternhaufen des nördlichen Himmels. Er ist rund 22000 Lichtjahre entfernt und enthält mehrere hunderttausend Sterne. Schon im Fernglas erscheint er als kleiner diffuser Lichtfleck; mit einem größeren Teleskop lassen sich vor allem seine Randbereiche in zahlreiche Einzelsterne auflösen. Er ist Gegenstand von Untersuchungen im aktuell laufenden W-Seminar.
Tief im Süden stehen noch die sternreichen Gebiete von Skorpion und Schütze. In Richtung des Schützen blickt man zum Zentrum unserer Milchstraße.
Im Nordosten kündigt sich währenddessen bereits der kommende Herbst an. Die leicht erkennbare Kassiopeia steigt im Laufe des Abends immer höher, ebenso Perseus und Andromeda. Zwischen Kassiopeia und Perseus befindet sich der eindrucksvolle Doppelsternhaufen h und χ Persei. Unter guten Bedingungen ist er bereits mit bloßem Auge als schwacher Lichtfleck zu erkennen; ein Fernglas zeigt zwei dicht nebeneinanderliegende Ansammlungen zahlreicher Sterne.
Im Laufe der Nacht erscheint schließlich auch das große Herbstviereck des Pegasus immer deutlicher am östlichen Himmel.
Damit lässt sich im August besonders schön der jahreszeitliche Wandel am Sternenhimmel verfolgen: Hoch über uns dominieren mit Leier, Schwan und Adler noch die typischen Sternbilder des Sommers und die sternreichen Gebiete der Milchstraße, während im Osten mit Kassiopeia, Andromeda und Pegasus bereits die ersten charakteristischen Sternbilder des Herbsthimmels aufsteigen.
Der Sternhimmel am 15. August 2026 um 22:00 CEST (Cartes du Ciel) (GNU GENERAL PUBLIC LICENSE Version 2, June 1991)
Mondphasen:
Letztes Viertel am 06.08., Neumond am 12.08. (partielle Sonnenfinsternis),
Erstes Viertel am 20.08., Vollmond am 28.08. (partielle Mondfinsternis)
Interessante Konstellationen:
- 08.: Mond bei Venus
- 08.: Mond bei Antares (alpha Sco)
- 08.: Mond bei Saturn
Das Sonnensystem am 16. August 2026 :
(Grafik © typeshift.io / Spektrum der Wissenschaft)
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Merkur passiert am 15. August den Planeten Jupiter in nur 34 Bogenminuten Abstand. Das entspricht etwas mehr als ein Vollmonddurchmesser. Der Durchmesser des Merkurscheibchens verkleinert sich und wird immer runder. Am 27. August hat Merkur die Sonne eingeholt und steht dann in oberer Konjunktion.
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Venus erreicht am 15. August ihre größte östliche Elongation mit fast 46° Winkelabstand von der Sonne. Sie bleibt auffälliger Abendstern und mit ihrer hohen Helligkeit (-4,6 mag) überstrahlt sie sämtliche Sterne ihrer Umgebung. Ihre Sichtbarkeitsdauer verkürzt sich trotzdem merklich, weil der Nachbarplanet der Erde am 5. August den Himmelsäquator passiert und sich weiter im Tierkreiszeichen nach Süden bewegt. Ihre Untergänge verschieben sich bis zum Monatsende auf 21h05m MESZ. Der scheinbare Durchmesser wächst auf 24“ an und nimmt langsam eine Sichelgestalt an, die in den nächsten Wochen immer deutlicher werden wird.
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Mars verbessert seine Sichtbarkeit und kann wieder am Morgenhimmel beobachtet werden. Die Helligkeit nimmt leicht auf 1.2 mag zu. Das Marsscheibchen ist mit 5“ Durchmesser aber noch zu klein, um Details auf der Marsoberfläche sehen zu können.
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Jupiter stand am 29. Juli 2026 in Konjunktion mit der Sonne. Der -1.8mag helle Riesenplanet geht am 15. August um 05:00 Uhr MESZ auf und verblasst ca. 30 Minuten später in der Morgendämmerung.
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Saturn bewegt sich rückläufig im Sternbild Fische. Seine Oppositionsstellung erreicht der Ringplanet allerdings erst im Oktober. Seine Helligkeit nimmt von 0,6mag auf 0.5mag zu. Der Durchmesser des Saturnscheibchens wächst bis zum Monatsende auf 19,3“ an, der Ringdurchmesser auf 43,8“.
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Uranus kann bei einer Helligkeit von 5,7mag mit dem Teleskop am Morgenhimmel aufgespürt werden.
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Neptun nähert sich seiner Oppositionsstellung, die er im September erreicht. Seine Helligkeit nimmt auf 7,8mag zu und ist nur mit dem Teleskop sichtbar. Details sind mit Amateurteleskopen nicht auszumachen.
Objekt des Monats:
Sonnenfinsternis 2026_08_12
Kamera: EOS 1300D mit Canon Zoom EF 75 – 300 mm
Blendenzahl: F/14
Belichtungszeit: 1/1600 s (z.T. mit Baader Solarfolie)
ISO: 100
Datum: 2026_08_12
Zeit: 18:30 - 20:16 MESZ
Beobachter: Dr. W. Ober
Verlauf der partiellen Sonnenfinsternis am 12. August 2026 in Neufahrn: