Der Sternenhimmel im Juni 2026 (22:00 MESZ)

17.06.2026 von Dr. Wolfgang Ober, Arne Terkowski

Mondphasen, Planetenbeobachtungen und vieles mehr.

Der Sternhimmel am 15. Juni 2026 um 22:00 MESZ markiert den Übergang vom Frühling zum Sommer. Die Tage sind nun besonders lang und die Nächte entsprechend kurz. Dennoch bietet der Abendhimmel zahlreiche interessante Beobachtungsmöglichkeiten.

Im Westen verabschieden sich die typischen Frühlingssternbilder langsam vom Abendhimmel. Der Löwe steht noch gut sichtbar über dem Westhorizont, während die Jungfrau mit ihrem hellsten Stern Spica den Südwesthimmel prägt. Hoch über dem Süden leuchtet weiterhin Arktur im Sternbild Bärenhüter. Mit einer Entfernung von etwa 37 Lichtjahren zählt Arktur zu den hellsten Sternen des Nordhimmels. Als Roter Riese besitzt er einen deutlich größeren Durchmesser als unsere Sonne.

Der Große Wagen dominiert weiterhin den Nordhimmel. Seine markante Deichsel dient Beobachtern seit Jahrhunderten als Orientierungshilfe. Verlängert man ihre Krümmung, gelangt man zunächst zu Arktur (α-Bootis, also der hellste Stern im Sternbild Bärenhüter) und anschließend zu Spica (α-Virginis, der hellste Stern im Sternbild Jungfrau) – eine einfache Methode, um die wichtigsten Sterne des Frühlingshimmels zu finden.

Im Osten kündigt sich nun der astronomische Sommer an. Das Sternbild Herkules steigt immer höher über den Horizont. Zwischen seinen Sternen befindet sich der berühmte Kugelsternhaufen M13, der bereits mit einem Fernglas als kleiner Lichtfleck sichtbar wird. In größeren Teleskopen zeigt sich ein beeindruckender Sternhaufen mit mehreren Hunderttausend Sternen.
Östlich des Herkules erscheinen die Sternbilder Leier, Schwan und Adler. Ihre Hauptsterne Wega, Deneb und Altair bilden das bekannte Sommerdreieck. Es zählt zu den auffälligsten Asterismen des Nordhimmels und wird die kommenden Monate dominieren.

Die Milchstraße wird nun wieder deutlich sichtbarer. Besonders im Bereich des Schwans zeigen sich bereits die ersten sternreichen Regionen der Sommermilchstraße. In mondlosen Nächten lässt sich dort ein schwaches, milchiges Band erkennen, das sich über weite Teile des Himmels erstreckt.

Sommersonnenwende:

Am 21. Juni beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische Sommer. Die Sonne erreicht dabei ihren höchsten Stand über dem Horizont. Für Mitteleuropa bedeutet dies den längsten Tag und die kürzeste Nacht des Jahres.
In Süddeutschland dauert die astronomische Dunkelheit nur wenige Stunden. Astronomische Beobachtungen sind deshalb auf die Zeit um Mitternacht konzentriert. Erst ab Ende Juli werden die Nächte wieder merklich länger.