Der Sternenhimmel im Mai 2026 (22:00 MESZ)
06.05.2026 von Dr. Wolfgang Ober, Arne TerkowskiMondphasen, Planetenbeobachtungen und vieles mehr.
Sternbilder
Der Sternhimmel am 15. Mai 2026 um 22:00 MESZ wird von den typischen Frühlingssternbildern dominiert. Besonders auffällig ist das großräumige Frühlingsdreieck, bestehend aus den hellen Sternen Arktur im Bärenhüter, Regulus im Löwen und Spica in der Jungfrau. Dieser Asterismus erstreckt sich über weite Teile des Südhimmels und dient als markante Orientierungshilfe.
Die Milchstraße spielt beobachtungstechnisch im Mai eine untergeordnete Rolle, da sie größtenteils flach über dem Nordhorizont verläuft. Die sternreichen Regionen der Sommermilchstraße sind noch nicht sichtbar und erscheinen erst in den späteren Nachtstunden im Osten.
Im Westen verabschieden sich die Wintersternbilder. Das Sternbild Orion ist bereits vollständig untergegangen, ebenso wie große Teile des Stiers. Die Zwillinge (Gemini) mit ihren Hauptsternen Castor und Pollux (α und β Geminorum) stehen noch tief über dem Westhorizont und verschwinden im Laufe des Abends. Bei Castor handelt es sich um ein seltenes System aus sechs Sternen.
Der Südhimmel wird nun vom Sternbild Löwe beherrscht. Östlich davon schließt sich das Sternbild Jungfrau mit dem im April besprochenen Stern Spica an. Zwischen Löwe und Jungfrau befindet sich das unscheinbare Sternbild Haar der Berenike, das jedoch eine hohe Dichte an Galaxien aufweist. Dieser Coma-Galaxienhaufen beinhaltet mehr als 1000 Galaxien („Milchstraßen“).
Hoch am Himmel steht der Bärenhüter mit dem auffälligen, orange leuchtenden Stern Arktur (Effektivtemperatur 4300 K, Entfernung ≈ 37 Lj). Arktur ist ein Roter Riese und einer der hellsten Sterne des Nordhimmels. Verlängert man die Deichsel des Großen Wagens (Teil des Sternbilds Großer Bär), gelangt man direkt zu ihm.
Im Norden dominiert weiterhin der Große Bär mit dem bekannten Asterismus des Großen Wagens.
Im Osten kündigen sich bereits die Sommersternbilder an. Herkules gewinnt an Höhe, ebenso wie die Nördliche Krone mit ihrem markanten Halbkreis aus Sternen. Später in der Nacht folgen Leier und Schwan, deren leuchtstärkste Sterne Teile des Sommerdreiecks sind.
Entlang der Ekliptik verläuft die Bahn der Planeten durch die Sternbilder Zwillinge, Krebs, Löwe, Jungfrau und Waage. In obiger Sternkarte ist sie als gelbe Linie eingetragen. Besonders auffällig ist Jupiter, der als sehr helles Objekt im Bereich der Zwillinge sichtbar ist und alle Sterne in seiner Umgebung deutlich überstrahlt.
Der Sternhimmel am 15. Mai 2026 um 22:00 CEST (Cartes du Ciel) (GNU GENERAL PUBLIC LICENSE Version 2, June 1991)
Mondphasen:
Vollmond am 01.05., Letztes Viertel am 09.05.,
Neumond am 16.05., Erstes Viertel am 23.05., Vollmond am 31.05.
In diesem Monat können wir zweimal den Vollmond genießen!
Interessante Konstellationen:
- 05.: Mond bei Venus (22 Uhr)
- 05.: Mond bei Jupiter (21 Uhr)
Das Sonnensystem am 15. Mai 2026 :
(Grafik © typeshift.io / Spektrum der Wissenschaft)
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Venus wird strahlender Abendstern. Vom Mars aus gesehen stehen die Planeten Saturn und Neptun in Opposition zum roten Planeten. Der Riesenplanet Jupiter bleibt weiter hinter der schnelleren Erde zurück. Saturn und Neptun stehen immer noch fast hinter der Sonne am Taghimmel. Uranus erreicht seine Konjunktion mit der Sonne.
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Merkur steht am 14. Mai in oberer Konjunktion mit der Sonne am Taghimmel. Er wird dabei von der Sonne bedeckt.
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Venus steigert ihre Helligkeit geringfügig auf -4,0mag und ist nicht zu übersehender Abendstern. Obwohl der Schwesterplanet der Erde nun immer später untergeht, vergrößert sich das Beobachtungsfenster nur wenig, weil auch die Tage nun immer länger werden. Im Teleskop wächst das Venusscheibchen langsam auf 12,3“, wobei gleichzeitig der Beleuchtungsgrad auf 85% abnimmt.
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Mars wechselt im Mai in das Sternzeichen Widder. Trotz steigender Helligkeit auf 1,2mag kann Mars in diesem Monat noch nicht beobachtet werden.
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Jupiter in den Zwillingen verkürzt seine Sichtbarkeit erheblich. Seine Helligkeit sinkt im Laufe des Monats auf -1,9mag. Sein scheinbarer Durchmesser geht am Äquator auf 34,3“ zurück, der Abstand von Pol zu Pol auf 32,1“.
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Saturn kann mit einer Helligkeit von 0,9 mag Ende Mai tief am Osthimmel mit einem Fernglas gesichtet werden.
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Uranus kommt am 22. Mai in Konjunktion mit der Sonne und bleibt unbeobachtbar.
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Neptun kann bei einer Helligkeit von 7,9 mag noch nicht beobachtet werden.
Wissenschaft am OMG
Der Planetarische Nebel NGC 2392
Dr. W. Ober & StD A. Terkowski – OMG-Campus-Observatorium
Koordinaten:
RA : 07h 29m 11s
Dec: +20° 54’ 43’’
Parallaxe : 0.5451 mas
Entfernung: 1835 pc
Teleskop: RC 305 mm / 2438 mm
Durch Aufnahme eines Spektrums (Belichtungszeit: 3*10 Minuten) und einer Photometrischen Abbildung (Belichtungszeit insgesamt 40 Minuten) konnten zahlreiche physikalische Eigenschaften des Eskimonebels (NGC 2392) ermittelt werden:
- Durchmesser (bei bekannter Entfernung)
- Alter (bei angenommener Ausbreitungsgeschwindigkeit)
- Balmer Dekrement
- Interstellare Extinktion (d.h. eine Eigenschaft des Raums zwischen dem Nebel und uns)
- Elektronentemperatur und Elektronendichte