Der Sternenhimmel im Oktober 2026 (22:00 MESZ)

09.10.2026 von Dr. Wolfgang Ober, Arne Terkowski

Mondphasen, Planetenbeobachtungen und vieles mehr.

Der Sternhimmel am 15. Oktober 2026 um 22:00 MESZ. Die Tage werden nun merklich kürzer und entsprechend beginnt die Dämmerung wesentlich früher. Das Band der Sommermilchstraße zieht sich vom Zenit bis nach Südwesten.

Der Oktoberhimmel zeigt deutlich den Übergang vom Sommer zum Herbst. Das Sommerdreieck ist noch immer gut zu erkennen, hat seinen beherrschenden Platz am Himmel jedoch verloren. Wega in der Leier steht am Abend bereits im Westen, während Deneb im Schwan noch hoch am Himmel zu finden ist. Altair im Adler sinkt im Laufe des Abends immer weiter in Richtung Südwesten.

Bei dunklem Himmel lässt sich die Sommermilchstraße weiterhin gut verfolgen. Sie zieht vom südwestlichen Himmel durch Adler und Schwan und weiter über die kleinen Sternbilder Fuchs und Eidechse bis hinauf zu Kepheus und Kassiopeia. Im Vergleich zum August steht das besonders sternreiche Zentrum unserer Galaxis im Schützen allerdings bereits unter dem Horizont. Dafür gewinnen nun die nördlichen Bereiche der Milchstraße an Bedeutung.

Im Süden dominiert das große Herbstviereck des Pegasus. Seine vier helleren Sterne bilden ein auffälliges Quadrat, dessen Inneres recht sternarm erscheint. Das Herbstviereck ist im Oktober eine ausgezeichnete Orientierungshilfe und übernimmt damit gewissermaßen die Rolle, die das Sommerdreieck in den vergangenen Monaten gespielt hat. Im Lauf der Nacht kann im Sternbild Pegasus der imposante Kugelsternhaufen M15 gesichtet werden.

An die nordöstliche Ecke des Herbstvierecks schließt sich die Sternkette der Andromeda an. Hier befindet sich eines der eindrucksvollsten Objekte des Herbsthimmels: die Andromedagalaxie M31. Sie ist etwa 2,5 Millionen Lichtjahre entfernt und unter einem dunklen Himmel bereits mit bloßem Auge als schwacher, diffuser Lichtfleck zu erkennen. Ein Fernglas zeigt ihren hellen Zentralbereich und lässt bereits erahnen, dass die Galaxie am Himmel sogar größer erscheint als der Vollmond.

M31 ist eine Spiralgalaxie und zusammen mit unserer Milchstraße eines der beiden dominierenden Mitglieder der Lokalen Gruppe. Im Teleskop lassen sich bei guten Bedingungen auch ihre beiden Begleitgalaxien erkennen.

Unterhalb der Andromeda liegt das kleine Dreieck (Triangulum). Dort befindet sich mit M33 unser „Deep-Sky-Objekt des Monats“. M33, die Dreiecksgalaxie, ist eine weitere große Spiralgalaxie der Lokalen Gruppe. Mit rund 2,7 Millionen Lichtjahren ist sie ähnlich weit entfernt wie M31. Obwohl M33 insgesamt recht hell ist, verteilt sich ihr Licht über eine große Fläche. Sie besitzt daher eine geringe Flächenhelligkeit und ist schwieriger zu beobachten als die Andromedagalaxie. Unter einem wirklich dunklen Himmel kann sie jedoch bereits im Fernglas ausgemacht werden.

Im Nordosten steht die auffällige Kassiopeia nun hoch am Himmel. Ihre fünf helleren Sterne bilden das bekannte „W“, das im Laufe der Nacht seine Orientierung verändert. Kassiopeia liegt mitten im Band der Milchstraße und ist deshalb besonders reich an offenen Sternhaufen.

Im Osten kündigt sich gleichzeitig bereits der Winterhimmel an. Im Laufe des späteren Abends steigt der Fuhrmann mit seinem auffallend hellen Hauptstern Capella auf. Capella gehört zu den hellsten Sternen des gesamten Nachthimmels und ist etwa 43 Lichtjahre entfernt. Noch später folgen Stier und Orion. Wer bis nach Mitternacht beobachtet, kann damit im Oktober bereits einen ersten Blick auf die charakteristischen Sternbilder des kommenden Winters werfen.

Der Oktober zeigt somit besonders schön den Wechsel der Jahreszeiten am Sternenhimmel: Im Westen verabschieden sich Leier und Adler, hoch über uns steht noch der Schwan, im Süden dominieren Pegasus und Andromeda, während im Osten bereits Perseus, Fuhrmann und schließlich die ersten Wintersternbilder aufsteigen.