Der Sternenhimmel im September 2026 (22:00 MESZ)
11.09.2026 von Dr. Wolfgang Ober, Arne TerkowskiMondphasen, Planetenbeobachtungen und vieles mehr.
Der Sternhimmel am 15. September 2026 um 22:00 MESZ markiert den Übergang vom Sommer zum Herbst. Die Tage werden nun merklich kürzer und entsprechend beginnt die Dämmerung wesentlich früher. Der frühabendliche Himmel zeigt viele Objekte der Sommermilchstraße zu „akzeptablen“ Zeiten, später in der Nacht dominieren dann die Herbststernbilder mit dem Quadrat des Pegasus und der Sternenkette der Andromeda.
Hoch am Himmel steht weiterhin das markante Sommerdreieck aus Wega in der Leier, Deneb im Schwan und Altair im Adler. Besonders der Schwan steht Mitte September gegen 22 Uhr nahezu im Zenit. Entlang seiner Längsachse verläuft das Band der Milchstraße, das sich bei dunklem Himmel vom südwestlichen Horizont über Adler und Schwan bis hinauf zur Kassiopeia verfolgen lässt.
Unter einem wirklich dunklen Himmel erkennt man, dass das Band der Milchstraße nicht gleichmäßig leuchtet, sondern von dunklen Staubwolken und helleren Sternfeldern durchzogen wird. Gerade ein Fernglas ist hier manchmal eindrucksvoller als ein Teleskop, weil sein großes Gesichtsfeld ganze Sternwolken zeigt. In dieser Region liegen auch der Nordamerikanebel (NGC 7000) und der Pelikannebel, große Gebiete aus leuchtendem Wasserstoffgas. Fotografisch treten sie sehr deutlich hervor, visuell benötigen sie dagegen einen dunklen Himmel.
Im Westen sinken Herkules und der Bärenhüter langsam dem Horizont entgegen. Tief im Südwesten verschwinden auch Schütze und Skorpion endgültig vom Abendhimmel. Dafür rücken im Osten bereits die typischen Herbststernbilder nach. Besonders auffällig ist das große Herbstviereck des Pegasus.
An die nordöstliche Ecke des Herbstvierecks schließt sich die Sternkette der Andromeda an. Hier befindet sich ein bemerkenswertes Objekt des Septemberhimmels: die Andromedagalaxie M31. Unter dunklem Himmel kann sie bereits mit bloßem Auge als schwacher, diffuser Lichtfleck erkannt werden. Ihre Entfernung beträgt rund 2,5 Milionen Lichtjahre. Das Licht, das wir heute von ihr sehen, begann seine Reise also zu einer Zeit, als auf der Erde bereits frühe Vertreter der Gattung Homo lebten.
Der Sternhimmel am 15. September 2026 um 22:00 CEST (Cartes du Ciel) (GNU GENERAL PUBLIC LICENSE Version 2, June 1991)
Sommersonnenwende:
Am 23. September steht die Sonne im Herbstpunkt und überschreitet den Himmelsäquator von Nord nach Süd. Mit der Tagundnachtgleiche beginnt auf der Nordhalbkugel der astronomische Herbst.
Mondphasen:
Letztes Viertel am 04.09., Neumond am 11.09.,
Erstes Viertel am 18.09., Vollmond am 26.09.
Interessante Konstellationen:
- 09.: Mond bei Mars (am Abend)
- 09.: Mond bei Jupiter (am Abend)
- 09.: Mond bei Venus (Bedeckung ab 11:40 MESZ)
- 09.: 05:13 Verfinsterung von Europa durch Io
- 09.: Neptun in Opposition
- 09.: Mond bei Saturn
Interessante Konstellationen:
- 09.: Mond bei Mars (am Abend)
- 09.: Mond bei Jupiter (am Abend)
- 09.: Mond bei Venus (Bedeckung ab 11:40 MESZ)
- 09.: 05:13 Verfinsterung von Europa durch Io
- 09.: Neptun in Opposition
- 09.: Mond bei Saturn
Das Sonnensystem am 16. September 2026 :
(Grafik © typeshift.io / Spektrum der Wissenschaft)
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Merkur stand am 27. August in oberer Konjunktion hinter der Sonne. Im September geht er in der hellen Abenddämmerung schon unter und bleibt in diesem Monat unbeobachtbar.
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Venus beendet im September ihre Abendsichtbarkeit trotz ihrer hohen Helligkeit (-4,6 mag). Am Taghimmel kommt es am 14. September gegen 11:40 Uhr zu einer (seltenen) Bedeckung mit dem Mond. Leider befindet sich der Mond (und somit auch die Venus) erst wenige Grad über dem Südost-Horizont. Eine Stunde später kommt die Venus an der schmalen, beleuchteten Mondsichel wieder hinter dem Mond hervor.
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Mars wird zum Planeten der zweiten Nachthälfte und verbessert zunehmend seine Sichtbarkeit. Seine Helligkeit bleibt mit 1.2 mag nahezu konstant. Auch das Marsscheibchen ist mit 5,3“ Durchmesser immer noch zu klein, um Details auf der Marsoberfläche sehen zu können.
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Jupiter wird ebenso wie Mars zum Planeten der zweiten Nachthälfte. Der -1.9mag helle Riesenplanet geht am 15. September um 03:35 Uhr MESZ auf. Damit verbleiben ca. 2 Stunden ehe er in der Morgendämmerung verblasst. Der Durchmesser des Planeten wächst auf 33“ an. In diesem Monat sind mehrere gegenseitige Bedeckungen und Verfinsterungen der Jupitermonde beobachtbar. Am Morgen des 23. September kann um 05:13 Uhr die Verfinsterung von Europa durch den innersten Mond Io beobachtet werden.
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Saturn erreicht seine Oppositionsstellung am 4. Oktober, ist aber schon in diesem Monat Planet der ganzen Nacht. Gegen Monatsmitte kulminiert der Ringplanet mit einer Höhe von 42,5 Grad über dem Horizont bei einer Helligkeit von 0,4mag. Der Durchmesser des Saturnscheibchens wächst bis zum Monatsende auf 19,7“ an, während das Ringsystem einen Durchmesser von 44,5“ aufweist und dabei ca. 8° geöffnet ist. Wir schauen derzeit auf die Südhalbkugel des Saturn.
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Uranus kommt am 10. September im Sternbild Stier zum Stillstand und beginnt seine Oppositionsschleife genau im „Goldenen Tor der Ekliptik“ zwischen den Sternhaufen der Plejaden (M45) und den Hyaden. Mit einer Helligkeit von 5,7mag befindet er sich zwischen dem rötlichen Aldebaran (Alpha Tauri) und Atlas, dem nordöstlichsten Stern der Plejaden.
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Neptun steht am 26. September in Opposition. Seine Entfernung von der Erde beträgt dann 28,9 AE (astronomische Einheiten), was etwa 4,3 Milliarden Kilometern entspricht. Seine Helligkeit verharrt bei 7,8mag und so ist der Planet nur mit dem Teleskop sichtbar. Details sind auf seinem nur 2,4“ großen Planetenscheibchen mit Amateurteleskopen nicht auszumachen.
Deep-Sky-Objekt des Monats:
Nordamerikanebel NGC 7000
mit Teilen des Pelikannebels IC 5070
Kamera: Seestar S30 Pro
Blendenzahl: F/5,3
Belichtungszeit: ca. 160 min (479 Aufnahmen mit jeweils t = 20 s)
Datum: 2026_09_06
Zeit: ca. 22:00 - 01:00 MESZ
Beobachter: A. Terkowski