Exkursion der 6. Klassen Latein ins römische Weißenburg Im Rahmen der Kulturtage 25/26
28.07.2026 von Stellvertretend für die Lateinfachschaft: Helena Wächter„(...) sed vitam faciunt: balnea, vina, Venus.“ (CIL 6,3,15258,5-8)
Im Rahmen der Kulturtage im Juli 2026 kamen die Lateinlernenden der Klassen 6a, 6b und 6c mit den Römern und deren Spuren in Süddeutschland in Berührung. Hierfür ging es am 28.07.2026 voller Erwartungen mit dem Bus nach Weißenburg in Bayern, um dort die Überreste des römischen Limeskastells und des Lagerdorfes „Biriciana“ mit seinem Highlight, den Relikten der römischen Thermen, zu erkunden.
Nachdem die Sechstklässler bereits in Texten des Lehrbuches bekannte antike Orte, wie etwa die Vesuvstädte Pompeji und Herkulaneum, kennen gelernt hatten, sollte es in der Exkursion zum Schuljahresende darum gehen, einen unmittelbaren Lebensweltbezug für unsere bayerischen Schüler herzustellen, indem ihnen anhand der Römerzeugnisse in Weißenburg das expansive Wirken der Römer auch bis in unsere Breiten bewusst gemacht wurde.
Am ersten Kulturtag, dem 27.07.2026, wurde die am Folgetag anstehende Exkursion nach Weißenburg in Form eines Projekttages vorbereitet. Dabei wurde den Schülerinnen und Schülern zum einen theoretisches Hintergrundwissen, insbesondere zur römischen Expansionspolitik, welche sich in Bauten wie Limes und Kastellen manifestierte, vermittelt, zum anderen aber auch Raum für kreative Arbeiten gelassen, welche am Ende des Projekttages stolz vor der Klasse präsentiert werden konnten. Eine zentrale Erkenntnis im Rahmen des Projekttags war, dass das römische Leben, wenn auch etwas angereichert durch interkulturellen Austausch etwa mit den Germanen, auch fernab von Rom, „ganz normal“ weiterlief, was sich unter anderem in gigantischen Thermalbauten zur alltäglichen Körper- und Geistespflege, wie etwa auch in Weißenburg, offenbart. Dass Thermen – ebenso wie Liebe und Weingenuss – an keinem Ort, wo die Römer wirkten, wegzudenken waren, lässt sich gut in dem Ausschnitt der lateinischen Inschrift „(...) sed vitam faciunt: balnea, vina, Venus.“ erkennen, an der die Lateinlernenden am Vorbereitungstag ihre Übersetzungskompetenz erproben konnten.
Die Bastelergebnisse des Vortages begleiteten die Klassen auf ihrer Reise zu den römischen Thermen am 28.07.2026. In Weißenburg gab es nach einer Einstimmung durch einen kleinen Film unter anderem das große Warmwasserbecken oder zwei größere Tepidarien zu entdecken, in denen es den Römern – dank eines ausgeklügelten Systems einer sogenannten „Hypokausten“-Heizung – möglich war, in lauwarmem Wasser zu entspannen. Besonders sorgten die bei der Führung gegebenen Informationen zur Toilettenhygiene der Römer bei den Schülerinnen und Schülern für Erstaunen – und auch für etwas Ekelgefühl. Das führte gar so weit, dass sich der ein oder andere Lernende weigerte, die mitgebrachten „Anschauungsobjekte“ zu berühren.
Enttäuscht darüber, dass wir heutzutage keine Abkühlung mehr in den Thermalbecken finden können, was gerade angesichts des Sommerwetters wünschenswert gewesen wäre, unternahm die Exkursionstruppe im Anschluss an die Thermenerkundung einen kurzen Fußmarsch zu den Überresten des ehemaligen Lagerkastells, wovon insbesondere noch das Haupttor mit seiner imposanten Inschrift erhalten ist. Dort angekommen hieß es, fachmännisch mithilfe der im ersten Lernjahr bereits erworbenen Lateinkenntnisse und der Informationstafel, welche von einigen Lernenden auch als praktisches Sonnensegel genutzt wurde, ein Übersetzungsrätsel und weitere Kulturwissensfragen zu lösen. Nach kurzem Austoben auf dem nahe gelegenen „Thermenspielplatz“ ging es schließlich voller neuer Eindrücke und ermattet durch die Hitze mit dem Bus zurück nach Neufahrn.