O Gai Juli Caesar, don’t mess with us!
15.02.2026 von Lorenz VogtEnglisch trifft auf Latein bei der Projektgruppe für den Bundeswettbewerb Fremdsprachen
Bereits im dritten Jahr in Folge nahmen die nun schon mehrmals prämierten Schülerinnen Magdalena Hellmann (9a), Lena Maria Seefried (9a), Marlene Wigl (9c), Lia Moraitis (9c) zusammen mit zwei neu hinzugewonnenen Mitgliedern Lukas Frenzel (9c) und Benedikt Bösl (9c) am Bundeswettbewerb Fremdsprachen teil. Und diesmal wollte man etwas Neues wagen! Eine Begegnung von englischsprachigen Barbaren und dem berühmten Gaius Iulius Caesar auf einem Kontrollgang durch die Wälder des heutigen Deutschlands. Das Drehbuch knüpfte dabei an eine Passage aus Caesars De bello Gallico an: Sueborum gens est longe maxima et bellicosissima Germanorum omnium… (bel. Gall. 4.1(3)).
Bei den Barbaren handelte es sich um das Volk der Sueben; dass diese Englisch sprachen, ist aus sprachhistorischer Sicht natürlich nicht korrekt, da dieser Sprachzweig die heutige englische Sprache allenfalls beeinflusst hat. So könnte man sagen, dass der Kurzfilm auf wahren Begebenheiten beruht, sofern man den Ausführungen des wohl sicher tendenziös schreibenden Caesars Glauben schenken möchte: Und genau hier lag das Erfrischende in dem von den Schülerinnen und Schülern über Monate entwickelten Inhalts: Man glaubte Caesar nur die historischen Eckpunkte bei der Begegnung. Der Kerninhalt des Stücks karikierte hingegen die Figur Caesars mal auf subtile, mal auf direkte Art und Weise und setzte damit einen humorvollen Kontrast zum im Unterricht behandelten Hauptwerk Caesars. Dabei spielte der sprachliche Kontrast zwischen dem Lateinischen und Englischen keine unerhebliche Rolle. Sehr überzeugend waren dabei die Schauspielerinnen und Schauspieler bei der Darstellung ihrer Rollen und überstiegen dabei weit das Niveau von Neuntklässlern: Augenrollen, wissende Blicke in die Kamera (und damit zum Publikum), gespielte Ratlosigkeit oder ein nachgeahmter englischer Akzent, wenn auf Latein gesprochen wurde. All das konnte wegen Zeitdruck nur wenig geübt werden und wurde doch auf brillante Weise umgesetzt. Ein weiteres Special war eine Gastrolle eines Bären, der die Gruppe attackierte (wodurch schließlich auch die betreuende Lehrkraft zu einem kurzen, wenn auch anonymen Auftritt kam).
Besonders überzeugend war dieses Jahr die Schauspielkunst – das und jede Menge Spaß und Einfallsreichtum bei der Gestaltung des Drehbuchs ließ das Projekt des Schuljahres 2025/26 wieder zu einem unvergesslichen Erlebnis werden, auch wenn dieses Jahr die erfolgsverwöhnte Gruppe keine Siegprämie (trotz eines sehr positiven Urteils der Jury) davontrug.