Gesellschaftswissenschaften

In dieser Kategorie finden Sie Beiträge aus den Fächern Geschichte, Sozialkunde, Wirtschaft/Recht und Religion.

Abba Naor - Ein Zeitzeuge erzählt seine Geschichte und beeindruckt

zeitzeuge

Bewundernswert und erstaunlich, wenn man sich im Alter von 89 Jahren nicht zur Ruhe setzt, sondern sich rastlos dafür einsetzt, dass Menschen aus der Vergangenheit lernen. - Damit sich nicht mehr ereignet, was man in seiner Jugend schmerzvoll erfahren musste.

Noch gut zwei Wochen zuvor begleitete Abba Naor, einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen des Holocaust, den derzeitigen amerikanischen Vizepräsidenten Michael Pence bei einem Rundgang auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Dachau. Am Mittwoch, den 08.03.2017, kam Abba Naor bereits zum vierten Mal in in die Aula des OMG, um den Schülerinnen und Schülern der 9. Klassen seine Geschichte zu erzählen. Zu Gast war auch die Jahrgangsstufe 9 der Imma-Mack-Realschule Eching.

Als Schulen gegen Rassismus und Schulen mit Courage sollte gemeinsam auch ein Zeichen in der heutigen Zeit gesetzt werden. - Ein Zeichen für mehr Menschlichkeit und Miteinander, statt Hass und Gewalt.

Gisela Schauz

Welchen Eindruck die Geschichte von Abba Naor bei Schülerinnen und Schülern hinterlassen hat, können Sie im internen Bereich lesen.

 

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Das KZ-Außenlager Neufahrn

In der 9. Klasse wird es in Geschichte durchgenommen und in der 11. Klasse ist es Ziel einer Exkursion: Das Konzentrationslager Dachau. Auch aus den Berichten des Zeitzeugen Abba Naor (9. Klasse) wird einigen bekannt sein, dass dieses Konzentrationslager einige Außenlager hatte. Aber kaum jemand weiß noch, dass ein solches auch einmal in Neufahrn existierte. Nur wenige Quellen aus der Zeit des Nationalsozialismus berichten von dem Lager, aber auf amerikanischen Luftbildern vom 20.4.1945 ist es klar erkennbar. Das Lager lag auf dem Gelände des heutigen Wasserzweckverbandes und des danebenliegenden Hotels am südlichen Ortsende Neufahrns.

Am 10. April wurden exakt 500 Häftlinge aus dem KZ Dachau in das Außenlager Neufahrn gebracht. Diese Häftlinge belegten zusammen 12 Wohnbaracken. Weitere bereits errichtete Baracken auf der anderen Straßenseite wurden bis Kriegsende nicht mehr bezogen. Daneben existierten drei Funktionsbaracken und außerhalb des Lagers Baracken für das Wachpersonal. Das Lager war von einem hohen Zaun umgeben und wurde von hohen Lichtmasten beleuchtet.

Die Häftlinge hatten die irrsinnige Aufgabe, eine ungefähr 1,7 Kilometer lange Rollbahn auf der Heide ca. 1,5 km südlich von Neufahrn, zu errichten. Dazu gab es neben Pickeln und Schaufeln auch große Planierschaufeln, die jeweils von acht Häftlingen gezogen wurden, mit denen die obere Erdschicht der Heide abgetragen wurde. Wer bei der schweren körperlichen Arbeit nicht durchhielt, musste damit rechnen, verprügelt zu werden. Diese Rollbahn sollte als Ersatz für den stark bombardierten Flugplatz Schleißheim dienen. Die Rollbahn ist auch heute noch zu durch einen anderen Bewuchs zu erkennen.

Am 29. April gegen 14:00 rückten amerikanische Panzer vor und nahmen Neufahrn friedlich ein. Noch am gleichen Tag wurden die Häftlinge des Außenlagers Neufahrn befreit. Die Aussagen zur Anzahl unterscheiden sich, kurz vor der Befreiung konnten wohl einige Häftlinge fliehen und einzelne wurden nach Dachau rücküberführt. Nach der Befreiung wurden die Häftlinge von den örtlichen Bauern versorgt. Der jüngste war gerade einmal 18 Jahre alt.

Warum ist das Lager Neufahrn aber so unbekannt? Neben seiner kurzen Existenz ist der Grund möglicherweise in einem Fehler der KZ-Bürokratie zu finden. Auf der Liste wurde handschriftlich vermerkt, das Außenkommando Freising heiße „Eching“. Dieser Fehler zieht sich bis heute durch die Berichte. Auch in unserem Schulbuch ist das Lager als „Eching“ verzeichnet.

Auf dem Gelände des ehemaligen Außenlagers wurde nun am 29.4.2017, genau 72 Jahre nach der Befreiung des Lagers durch die Amerikaner, eine Stele errichtet, damit das damals Geschehene nicht in Vergessenheit gerät. Wie Max Mannheimer zu sagen pflegte:

Ihr seid nicht verantwortlich für das, was geschah. Aber dass es nicht noch einmal geschieht, dafür schon.

Von Manuel aus dem Homepage-Team
mit Material aus einem Vortrag von Ernest Lang, www.heimat-neufahrn.de
Quelle des Luftbildes: Bayer. Landesvermessungsverwaltung, Luftbildarchiv

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